10. Persona 3
DIese Liste wird wohl eher persönlich... ich habe ein paar ernsthafte Probleme mit P3, namentlich der Tartarus ist eine ziemliche Frechheit für meinen Geschmack, aber einen ganz großen Teil der RPG Erfahrung macht für mich aus überrascht zu werden, Aufgüsse und Fortsetzungen haben es bei mir sehr schwer. Da wo sie es dennoch in die Liste geschafft haben meistens deswegen, weil ich sie vor den Originalen gespielt habe. Persona war jedenfalls meine erste Begegnung mit einem PRG im Animestil und in Verbindung mit den ebenfalls sehr erfrischenden, da für mich neuen "Alltagssimulation" ist es mir auch sehr eindrücklich im Gedächtnis geblieben, obwohl es einige Spiele gäbe, die ich wahrscheinlich an sich als handwerklich besser betrachten würde.
9. Mega Man: Battle Network 2
Diese Serie (ich habe allerdings nur die beiden ersten Teile gespielt) ist ein rechter Geheimtipp und wieder ein Spiel mit ein paar echten Problemen, etwa der kaum vorhandenen story und der eindimensionalen Charaktere. Aber trotzdem habe ich dieses Spiel öfter als jedes anderes auf dieser Liste gespielt. Warum? Nun, zunächst ist es deutlich kürzer^^. Aber was mich immer wieder dazu zurückbringt ist das fantastische Kampf und Charakterentwicklungssystem, das in meinen Augen das beste seiner Art überhaupt ist. (Und das ist mir erst kürzlich klar geworden) Das Sammeln der TGC-ähnlichen Chips, mit denen man seinen Kampfstil bestimmt hat mich länger bei der Stange gehalten als das Lootsammeln in Diablo 2 und die strategische Tiefe, die man durch die Zusammenstellung aus derartig vielen in ungewöhnlich vielen Paramtern verschiedenen (dank des Kampfsystems) Battlechips entsteht, ist unerreicht. Außerdem hatte ich immer eine gewisse Schwäche für das Setting.
8. Golden Sun
Das wiederum hat keine herausragenden Stärken, ist aber rundherum gut. Motivierend, für ein GBA Spiel beeindruckend komplexe story und Charaktere und rundherum ein Riesenspaß. Na, ein Aspekt verdient vielleicht doch besondere Erwähnung und das sind die zahlreichen Puzzles, von denen man für meinen Geschmack in RPGs zu wenige findet. Das ist ein Beispiel für ein Spiel, dass in der Liste ist, weil ich viele andere Spiele erst später in die Finger bekommen habe. Hätte ich es erst Jahre später entdeckt, hätte es mich vielleicht überhaupt nicht beeindruckt, wie es dem armen Chrono Trigger ergangen ist.
7. The Witcher
Das habe ich noch nicht durchgespielt, aber ich bin mittendrin und begeistert. Ich war skeptisch, nachdem die Reaktion derer, die es gespielt hatten hier eher lau war, aber ich muss sagen: Wow! Der erste, riesige Pluspunkt ist die Welt, in der es spielt, denn die pulsiert nur so vor Leben. Das Setting ist realistischer konzipiert als im Genre üblich (und normalerweise finde ich Pseudorealismus sehr stimmungstötend) und das funktioniert erstaunlich gut, obwohl es mir im Moment schwer fällt, den Finger drauf zu legen warum, vielleicht gibt die Portion Selbstironie den Ausschlag. Was ich ungeheuer mutig und gut finde, ist die story, die von dem klischeehaften RPG-Größenwahn zurücktritt und episch eher im Sinne epischer Breite ist, weil auch die kleinen Probleme plötzlich relevant werden. So kann The Witcher auf sehr frische Weise viel feinere Storyfäden verweben als etwas das bombastische DA

und die story entwickelt sich gerade deswegen fesselnd, weil sie so anders ist.
Fairerweise muss ich dazusagen, dass ich bei Spielen während des Spieles oft enthusiastischer bin als im Nachhinein und dass ich auch erst im zweiten von fünf Kapiteln bin, so dass sich das hier gesagte noch relativieren könnte.
6. Knights of the old Republic
Das ist ein Spiel, das für seine Atmosphäre den Platz bekommen hat. Der Rest ist solide und gut, aber KotoR fühlt sich wirklich so an, als würde man in einem StarWars Film mitspielen, und das ergibt ein hervorragendes RPG und ein eindrückliches Erlebnis.
5. Final Fantasy X
Das ist wahrscheinlich auch etwas kontrovers, vor allem wegen der FFs, die es nicht geschafft haben. Ich hatte immer für zwei der besonders absurden Teil der Serie, acht und zehn eine besondere Vorliebe. (Ich habe ja auch andernorts gesagt, FFVIII wäre meine liebste FF story... wozu ich stehe. Aber sie hat eine Menge Schwächen und es geschehen zum Teil völlig absurde Dinge.) FFX ist zum Teil selbst für ein FF kitschig, was ich normalerweise nicht besonders schätze. Aber ich liebe die Grundidee der Welt, die von Sin bedroht ist und ich liebe den Plot bis zur Auflösung. Besonders das Ende finde ich eines der besten der Serie, ein Grund, aus dem ich FFX-2 auch nicht sehr freundlich gesonnen bin. Nicht zu vergessen sind auch das Kampfsystem, mein liebstes der Serie und die Charakterentwicklung am Sphärobrett, die ich ebenfalls sehr mag. (Und Puzzles, RPGs brauchen mehr davon

) Im großen und ganzen ist FFX für mich ein unheimlich solides Spiel mit einer Story und Charakteren, die das Potential gehabt hätten, die besten der Serie zu werden, was leider nicht geschehen ist, aus vielen Gründen. Trotzdem (und auch dieses Spiel hat wieder den Erstlingsbonus (fast) denn es war mein zweites FF überhaupt, und das einzige davor kommt weiter vorne auf der Liste

)
4. Planescape: Torment
Das könnte vielleicht das beste Spiel auf der Liste sein. Schon die Tatsache, dass ich mich nach der Ewigkeit, die mich BG gekostet hatte auf ein weiteres D&D basiertes Spiel einlassen konnte spricht Bände über Torment, ich denke einen großen Teil seines Reizes macht das überaus exotische und düstere Setting am Schnittpunkt zwischen vielen Ebenen aus, ganz zu schweigen von den nicht weniger außergewöhnlichen Charakteren. EInen Zombie (naja) als Hauptcharakter sieht man nicht alle Tage. Eine der großen Stärken des Spiels ist, dass immer die Balance zwischen dem schwarzen Humor und der eigentlich tragischen Geschichte des Namenlosen gewahrt bleibt. Überhaupt ist PT von allen Titeln Biowares derjenige, der dem Anspruch, die Geschichte in den Vordergrund zu stellen am nächsten kommt und in keinem anderen Spiel sind story und storytelling gleichermaßen großartig.
3. The World Ends with You
Ein echter Überraschungstitel. Von vorne bis hinten durchgestylet, mit großartiger Musik, wirklich actiongeladenen Kämpfen (ein extrem überbenutzes Schlagwort, das ganz neue Bedeutung bekommt, wenn man hektisch über den Touchscreen kratzt und in das Mic schreit

) mit interessanten Charakteren, interessanter story, interessantem Setting. TWENY funktioniert, denke ich, vor allem aus zwei Gründen: Es ist kurz und knackig und verschwendet nicht die Zeit des Spielers, es ist actionreich und die Geschichte bewegt sich mit ordentlich Tempo fort, das war erfrischend für ein Genre, bei dem Leute allen Ernstes die Spieldauer als Qualitätsmerkamal betrachten. Der zweite Punkt sind Setting, Design und Musik, die zusammen eine Welt erschaffen, die ich so noch nirgends auch nur in vergleichbarer Weise gesehen hätte. Für jedes andere Spiel auf der Liste könnte ich ein anderes anführen, dem es einigermaßen ähnelt bei TWENY nicht. Und es macht einfach Spaß. Schwer zu beschreiben warum.
2. Baldurs Gate 2
Ah, Erinnerungen. Wenn man ein Spiel mit hundert Stunden Spielzeit mehrmals durchspielt, muss es schon etwas besonderes sein. (bei mir zumindest) BG2 ist ja nicht wirklich die Fortsetzung des ersten Teils, deswegen behandle ich sie alle mal als ein Spiel, aber wenn ich wählen müsste, Teil zwei. (Den ich, wieder einmal, zuerst gespielt habe)
Es ist schwer zu beschreiben, was BG so gut macht, wahrscheinlich vorallem deswegen, weil es der Maßstab ist, an dem ich andere Spiele messe. Im Vergleich mit DA zum Beispiel hatte BG für mich einfach die überzeugendere Welt, mit Tag und Nacht und mehrtägigen Reisen. Außerdem hat es eine der charmantesten Spielwelten aller RPGs, wo die abgefahrensten Sachen passieren können und trotzdem alles wie eine konsistente Welt wirkt. Auch die story ist wirklich gut und Jon Irenicus gehört zu meinen liebsten RPG-Bösewichten, vielleicht noch vor dem Herren aus dem Spiel auf dem ersten Platz. Es hilft auch das AD&D eine wirklich gute Grundlage für KÄmpfe und Charakterentwicklung schafft, mit mehr Möglichkeiten als die meisten anderen Spielen auf der Liste, von den zahlreichen Klassen, die man als Hauptcharakter wählen kann über die Qual der Wahl der Partymitglieder bis zu der Myriade an Zaubern, die jeden Zauberkundigen zum Schweizer Taschenmesser machen.
1. Final Fantasy VII
Ich wünschte, ich hätte das offensichtliche und wahnsinnig gehypte Spiel nicht auf Platz 1, aber es wäre einfach nicht ehrlich. FFVII hat den überaus unfairen Vorteil, das erst FF, das ich je gespielt habe zu sein und darüberhinaus auch noch das älteste auf der Liste überhaupt. Da ist schon eine gehörige Portion Nostalgie dabei. Aber es ist auch eine Tatsache, dass ich außer mit BG wahrscheinlich mit keinem RPG so viel Zeit verbracht habe wie mit diesem. Über seine Vorzüge ist wahrhaftig genug gesagt worden, und deswegen füge ich auch nichts hinzu. Einer der prägenden Momente meiner Jugend

mfg, Deep Thought