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Para

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RING-O-Phon Ivalice Award 2011 - Monado Para-Miez Treuezertifikat Herz des Waldes

91

Sonntag, 19. April 2015, 15:27

Naja, durch kostenlose Vermarktung verdienen die Hersteller eben auch mit, das ist ja der springende Punkt. LP'er verdienen ja nicht durch den Verkauf der jeweiligen Spiele, sondern durch die Google Werbeeinnahmen. Das einzige, wofür die Hersteller einspringen müssen, ist die Weitergabe von Product Keys an diverse Youtuber und Streamer, die dann den Rest übernehmen. Deshalb kann ich gerade aus unternehmerischer Sicht Nintendo nicht verstehen. Aber wenn sie der Meinung sind, dass sie sowas nicht brauchen und Teile ihres Budgets lieber selbst für Vermarktung, PR, etc. verwenden, ist das natürlich ihre Entscheidung. Die LP und Streamer Szene lebt auch ohne Nintendo weiter. ;)

92

Sonntag, 19. April 2015, 17:42

Gibt es konkrete Zahlen dazu, inwiefern sich Verkäufe durch let's plays steigern? So was hängt dann immer auch von der Marketing- Qualität eines solchen ab.

93

Montag, 20. April 2015, 01:56

Stört mich nicht.
Bin aber eh gegen mit Youtube geld zu verdeinen und eh ein großer feind von dem Partner und Netzwerk Mist.Von daher ist meine Meinng wohl offentsichtlich.

94

Dienstag, 28. April 2015, 21:27

Ich mische mich auch mal in die Diskussion mit ein.
Sicherlich gibt es ziemlich gespaltene Meinungen über Let's Plays, aber sie sind heutzutage ein ganz wichtiger Bestandteil der Gaming-Szene und kaum mehr wegzudenken. Bei der förmlichen Überschwemmung der Plattform Youtube und viel negativer Presse übersieht man aber auch ganz gerne einmal, welche Vorteile das Ganze mit sich bringt. Zunächst einmal verzeiht mir, wenn ich ein wenig voreingenommen bin - Schließlich fabriziere ich ja selbst Let's Plays seit einigen Jahren.

Man sollte als erstes überlegen, welche Beweggründe es überhaupt gibt, dass jemand Let's Plays aufnimmt, das kann man nämlich nicht so einfach über einen Kamm scheren. Leider ist es heutzutage oft so, dass es viele Einsteiger gibt, die einfach einen Trend sehen und deswegen einsteigen, meist dann eben auch nur bei ganz bestimmten Titeln. Mittlerweile ist der Einstieg durch immer größerer Verbreitung von aufnahmefähiger Hardware auch wesentlich einfacher. Bei solchen Leuten fehlt oft der richtige Bezug zum Spiel und nicht selten kommt es dazu, dass sich der Account recht schnell wieder auflöst. Teilweise ist es dann auch wichtiger, möglichst schnell an Klicks und Geld zu kommen - Ein Ziel, das selbstverständlich sowieso nur die wenigsten erreichen können. Das sind aber auch ganz klar die falschen Beweggründe. Andere Let's Player möchten einfach nur die Spiele zeigen, welche sie mitreißen und weiterempfehlen und unterm Strich kann ein Let's Play damit auch einfach nur ein sehr ehrliches und langes Review sein. Anderen geht es wiederrum darum, recht unbekannte Spiele zu präsentieren und sich vielleicht selbst zu überraschen und eben etwas völlig unbekanntes zu spielen und andere daran teilhaben zu lassen. Bei mir war der Beweggrund aber z. B., dass ich meine Stimme und Aufnahmetechnik kontinuierlich verbessern wollte und mit Hilfe von Let's Plays ein wenig extrovertierter zu werden. Ein Let's Play kann demnach sogar in gewisser Weise eine Therapie darstellen, denn mir persönlich hat es recht stark geholfen neue Kontakte zu knüpfen und offener zu werden. Andererseits sollte man bei Let's Playern nie von einer bestimmten Szene sprechen - Die existiert in der Form nicht so wirklich. Let's Player agieren bestenfalls in kleineren Splittergruppen, große Verbände nimmt das nicht an. Andererseits ist das Phänomen natürlich relativ jung, demenstsprechend ist es interessant, wie die weitere Entwicklung wohl verlaufen wird.

Let's Plays bieten aber auch auf mehreren Ebenen Chancen. Wenn z. B. Texte vorgelesen werden, die in einer anderen Sprache vorliegen. So kann ich z. B. ohne Japanisch-Kenntnisse einiges über ein Spiel erfahren, dass mich vielleicht interessieren würde. Kleine Indie-Studios können ihre Titel wesentlich besser vermarkten. Heutzutage ist es nicht selten, dass ein Youtuber ein Spiel vorab bekommt um es vorzustellen und damit direkt eine große Zielgruppe anzusprechen, daraus ergibt sich dann eine Win-Win Situation, die für kleine Studios sehr bedeutend sein kann. Da ich selbst Spiele entwickle, sehe ich mir zudem ganz gerne an, wie in bestimmten Spielen auf ein Element reagiert wird. Es kann schon sehr interessant sein, wie unterschiedlich die Altersgruppen reagieren und das wäre ohne die ganze Vielfalt an Let's Plays auf Youtube kaum möglich. Andererseits verdanken wir dem ganzen LP-Hype aber auch, dass es allgemein wesentlich mehr Material zu bestimmten Spielen gibt. Man muss heutzutage schon wirklich intensiv suchen um ein Spiel zu finden, zu dem es online kein Videomaterial gibt. ;)

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