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Montag, 16. Januar 2017, 14:27

Ich sollte nicht Tagelang offline sein, jetzt muss ich auf soviel antworten :D


Weiß nicht, ob der grafische Fortschritt zwingend gegen die Spielmechanik arbeiten muss, denn letztlich lassen sich Spielmechaniken, die man vor 20 Jahren verwirklichen konnte, auch heute noch umsetzen - und zwar mit teils geringerem Aufwand und visuell trotzdem besser. Keine Ahnung, wann die Behauptungen anfingen, dass dieses oder jenes Spielkonzept nicht mehr gut genug ist für die heutige Zeit. Eine Genre wird ja schließlich nicht schlecht und ich kann auch mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass die Endnutzer sich KEINEN Einheitsbrei wünschen. Da können selbsternannte Marktexperten herumanalysieren wie sie wollen - die ziehen ja gerne mal falsche Schlüsse aus ihren Zahlen.


Sicherlich, ein muss nicht, aber aufwendigere Grafik in einer verkürzten Entwicklungszeit kommt der allgemeinen Spielmechanik nicht zu gute. Hatte man sich früher noch überlegt wie man eine realistische Darstellung erreichen kann schafft man das heute mit richtig guter Grafik, dabei geht aber ein gewisser Art Stil verloren der einen Spiel einen bestimmte Identität verleiht. Ich finde sowas derart eigentlich nur noch im Indie bereich, Limbo hat eine sehr reduzierte Schwarz/Weiß Grafik aber die Immersion ist enorm. Fez immitiert mit seiner 2D Pixelgrafik sehr geschickt eine Anmutung aus einen 3 dimensionalen Raum. Statt also zu versuchen wie man Grafik auch spielerisch, und als Art Stil benutzen könnte, ist alles auf Realismus ausgerichtet.

Kreative Spiele werden Mangelware, zumindest wenn man von AAA Games spricht. Ein The Witcher mag gut sein, aber macht es wirklich was neues oder setzt altes einfach nur gut um ?



Es wird grundsätzlich so weiter gehen und schlimmer werden, denn gerade die aktuelle Generation ist insgesamt so dermaßen Oberflächlich, dass es schon weh tut und das überträgt sich natürlich wesentlich leichter auf die noch kommenden Generationen. Das fängt ja schon bei der Sichtung von Trailern an. Die ersten Reaktionen, wenn sich Trailer angesehen werden, sind eigentlich nur zwei verschiedene und zwar sehen sie ungefähr wie folgt aus:

"Wooooow, sieht das gut aus!"

oder

"Oh Gott! Das sieht vielleicht besch***en aus!"



Nun junge Menschen sind halt Oberflächlich^^ Was Erwartungen angeht, wundert mich aber gar nichts, wenn man schon als kleiner Knirps mit einem Smartphone durch die Gegend läuft, ist der was Technik angeht Bequemlichkeit und Qualität gewohnt, nichts desto trotz lebt es die Spielindustrie ja vor. Ich glaube eher das ist ein Teufelskreise die Spieler und Entwickler sich selbst geschaffen haben, den Technik bzw. Fortschritt ist ja nicht schlecht man muss sie auch zu nutzen wissen.



Ich weiß, wovon du sprichst, aber meiner Ansicht nach bietet jedes Spiel eine Welt an. Wie oft können wir schon im echten Leben eine Formel-1-Karriere beginnen? Oder Städte planen? Oder in eine Spitfire steigen? Die größte Macht, die Spiele bieten ist, uns eine Fantasie ausleben lassen zu können und dadurch Teil einer anderen Welt werden zu lassen.


An sich muss ich dir recht geben, aber diese Fantasie ist ja schon die Fantasie der Entwickler, visuell wird und uns ja jegliche Fantasy genommen. Bezogen auf Grafik, je realitischer umso weniger Fantasie. Ich finde bei schlechterer Grafik hat man wenigstens noch einen gewissen Zauber und eine Vorstellung wie sowas Real aussehen könnte und diese Vorstellung alleine ist viel Wert, neben natürlich den Grafikstil der viel diverser ist als den Einheitsbrei von heute :)



Das Problem ist meiner Ansicht nach, dass die Spiele(r)welt eine sehr singuläre Sicht auf die Dinge hat. Wie oft hört man, dass irgendetwas "die Zukunft" sei? Wichtig hier ist der defitnitive Artikel - DIE Zukunft, nicht EINE Zukunft. Jaja, ich weiß, semantische Kinkerlitzchen, aber diese Idee, dass es nur eine Form des Fortschritts in einem Medium geben darf, ist einfach fatalistisch. Zwangsläufig wird man nicht drumherum kommen, dass eine Richtung dominiert, aber diese eine Richtung als die einzig wahre zu designieren, halte ich für gefährlich, wenn nicht gar anti-fortschrittlich.


Zustimmung !



Siehe z.B. die TV Serie Westworld, eine der höchstgelobten Serien überhaupt. Bei IMDB aktuell mit 9.1 bewertet, bei 123.000 Votes, was mehr ist, als die meisten anderen Serien und Filme haben und was den Schnitt in der Regel immer ordentlich nach unten zieht. Auch da gibt es bei den Kommentaren dennoch sehr viele Leute, die nur ein oder zwei (von zehn) Sternen vergeben haben und die Serie absolute Scheiße finden.


Die Antwort darauf ist wohl Bias, eigentlich müsste man jegliches Medium kritisch betrachten, in irgendeinerweise wird es immer gepusht. Geschmack und Meinung kann man auch manipulieren, glaubt man nicht, ist aber so. Die Flüchtlingskrise ist zb. so ein Fall.


Im Fall GTA ist es bei mir eine persönliche moralische und thematische Hemmschwelle. Mich interessieren weder Russenmafia noch schwarzer Ghetto-Gangster. Psychotischer Massenmörder schon eher, sofern ich die Motivation von diesem irgendwie moralisch rechtfertigen kann (er killt nur andere Böse) oder er extrem persifliert ist (wie etwa bei Postal). Nur eine Art Glorifizierung so einer Person, so mein Eindruck bei GTA 5, mag ich dann einfach nicht, ein Psychokiller ist für mich eben kein strahlender Held.


Ehrlich gesagt kann ich nicht mal genau sagen warum mich GTA reizt. Ich finde eigentlich das es mehr oder weniger eine spielbare Parodie der amerikanischen Kultur ist, welche streckenweise Kritik ausübt. Spaß habe ich eher an der Freiheit und die Charaktere zeigen auch nur Menschen wie du und ich die schnell mal in Ecke und eine Situation gedrängt werden können, obwohl man das vielleicht nicht will. GTA erscheint mir subjektiv sinniger als so manch anderes Spiel was Gewalt als Spielelement mit sich vereint.



Dem würde ich mich auch an und für sich anschließen, nur sind Technik und Gameplay ab einem gewissen Niveau aus meiner Sicht auch ästhetische Entscheidungen, genauso wie es bei einem Roman eine ästhetische Entscheidung sein kann, dramaturgische Strukturen aufzubrechen. Voraussetzung dafür ist aber, dass man in den Grundlagen fest genug verankert sein muss, bevor man sie brechen kann - und oft können konservative (oder, um einen anderen Begriff zu nutzen, 'archaische') Ideen genauso gut oder gar besser im Gesamtkontext funktionieren als moderne Zwänge.


Wobei es natürlich auch hier eine Rolle spielt, wie man emotional getriggert wird. Man kann die gleiche Szene tausendfach nachstellen und dabei unterschiedliche Stimmungen auslösen, da ist es doch viel spannender sich zu fragen was triggert alle ?. Gut geschrieben heißt nicht das sie für jeden funktioniert.^^



Es wird aber auch immer schwieriger das Rad ständig neu zu erfinden. Wer halt schon 50 RPGs gespielt hat, der wird da deutlich weniger Einzigartigkeit im 51. RPG sehen, als jemand, der gerade erst mit dem Gaming angefangen hat. Die ersten Erfahrungen mit einem bestimmten Spiel(konzept) / Genre hat man meist auch besonders positiv in Erinnerung.


Das stimmt aber auch nur wenn man immer am selben Rad dreht und wenn der Spieler auch immer nur das selbe Rad drehen will. Kreativität hat keine Grenzen und auch in Sachen Spielen bin ich sicher das man nicht an die Grenzen des möglichen kommt. Was die Erfahrungen angeht, ist es ja jeden selbst überlassen ob er sich auf neues überhaupt einlässt.


Die Frage ab wann ein Spiel gut ist, ist nicht pauschal zu beantworten. Zum Einen ist es stark genreabhängig. Zum Anderen ist es aber auch stark geschmacksabhängig, zum Dritten aber sicherlich auch stark Markenabhängig. Mit anderen Worten kommt es wohl einfach auf die Erwartung des Einzelnen an.

Beispielsweise erwarte ich von einem Jump&Run alla Mario weder ein potentiell komplexes Gameplay, noch eine epische Story oder eine hochmoderne Grafik. Von einem FF bis zu einem gewissen Grad aber schon.


Es kommt eher darauf an, das man keine Erwartungen hat. Erwartungen machen vieles kaputt, du kannst nichts erwarteten, weil wenn du erwartest wirst du enttäuscht. Besser ist also wenn man völlig unvoreingenommen an etwas ran geht, aber das ist fast unmöglich und dennoch das beste was man tun kann. Was man also tun kann, schalte das Internet ab !

32

Montag, 16. Januar 2017, 17:00

Aber wenn ich das Internet abschalte, bekomme ich vllt ja nichtmal mehr was vom Release mit. Dann bin ich enttäuscht, dass scheinbar nichts mehr kommt. xD

AnGer

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33

Montag, 16. Januar 2017, 22:01

An sich muss ich dir recht geben, aber diese Fantasie ist ja schon die Fantasie der Entwickler, visuell wird und uns ja jegliche Fantasy genommen. Bezogen auf Grafik, je realitischer umso weniger Fantasie. Ich finde bei schlechterer Grafik hat man wenigstens noch einen gewissen Zauber und eine Vorstellung wie sowas Real aussehen könnte und diese Vorstellung alleine ist viel Wert, neben natürlich den Grafikstil der viel diverser ist als den Einheitsbrei von heute

Dem kann ich universell nicht zustimmen. Es kommt darauf an, welche Art von Fantasie zu erfüllen ist - einmal das, was wir als Phantastik bezeichnen und ja, da gebe ich dir in gewisser Hinsicht recht, dass der Weg hin zum Fotorealismus dem viel genommen hat, aber dann ist da noch der "Wunschtraum" (à la Formel-1-Fahrer) und da finde ich, kann ein strikterer Realismus sogar besser wirken als ein zu abstrakter/simplifizierter Stil.
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Dienstag, 17. Januar 2017, 23:11

Findest du Wunschtraum wirklich treffend ? Ich meine ich verstehe was du meinst, aber für mich ist das mehr Simulation als Spiel, gut interaktive Simulation.
Streng genommen müsste ich jetzt ein RPG auch als interaktive Erzählung betrachten. Um nochmal Wunschtraum aufzugreifen, ist es wirklich ein Wunschtraum einen Michael Schumacher zu spielen, oder ein Ronaldo auf ein virtuellen Fußballfeld ? Einerseits spielt du dich nicht selbst und der Feedback des Spiels wird dem Wunschtraum irgendwo nicht gerecht, gerade, wenn man es auf Sport bezieht, diese Aktivitäten besser im realen Leben ausführen könnte, auf einem Bolzplatz oder Kart fahren. Ich sehe also in der genannten Spielgattung mehr einen Fan einer Sportart der diese Spiele als jemand der sich irgendwelche Träume erfüllen würde, denn dafür sind Sportangebote einfach vorhanden, im Gegenzug wirst du aber nie die Möglichkeit haben zu fliegen oder Magie zu wirken, oder ein Astral zu beschwören. :D

Nach meiner Einschätzung, wünschen sich Menschen eher dinge, zu der sie gar nicht physikalisch im Stande sind^^. Trotzallem trägt der Fotorealismus natürlich bei solchen Spielen mehr zum "erleben" bei.^^

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