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Montag, 16. April 2018, 20:10

Im Test! Meisterdetektiv Pikachu

Titel Meisterdetektiv Pikachu
Japan 03. Februar 2016 / 23. März 2018
Nintendo
Nordamerika 23. März 2018
Nintendo
Europa 23. März 2018
Nintendo
System 3DS
Getestet für 3DS
Entwickler Creatures Inc.
Genres Adventure, Rätsel
Texte
Japan
Vertonung Nordamerika

Bei dem Begriff „Pokémon“ denken Kenner gleich an die vielen, ungewöhnlichen Monster, ans Einfangen, Kämpfen, an Orden und Trainer. Ab und an bringt Nintendo aber auch Spin-offs der berühmten Serie auf den Markt, bei denen der Kampf nicht im Vordergrund steht. In der Vergangenheit durfte man sich unter anderem schon an einem virtuellen Pinball-Tisch die Finger wund zocken oder seine fotografischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Mit dem neuen Meisterdetektiv Pikachu kam wieder ein Spin-off der Reihe auf den Markt. Genau genommen ist der Titel aber gar nicht so neu, denn er erschien ursprünglich mit weniger Inhalt bereits 2016 in Japan. Die aktuelle Version hat viel an Umfang gewonnen und ist gleichzeitig der Auftakt zu einem Realfilm, der momentan gedreht wird. Bei diesem Abenteuer darf man wortwörtlich Detektiv spielen und muss einen verzwickten Fall lösen.

Ein Junge und sein Pokémon

Man schlüpft in die Rolle von Tim Goodman, einem jungen Mann, der auf der Suche nach seinem Vater ist. Nach einem mysteriösen Unfall ist dieser nämlich verschwunden und hinterlässt nur sein Partner-Pokémon Pikachu und viele offene Fragen. Sein Vater war Detektiv und einer großen Sache auf der Spur. Ist er vielleicht schon zu nah an der Wahrheit gewesen?

Prompt schließt sich Pikachu mit Tim zusammen, um das Rätsel des vermissten Familienvaters zu lüften. Doch die gelbe Donnermaus ist alles andere als ein Durchschnittsnager: Pikachu trägt einen kleinen Hut à la Sherlock Holmes, ist selbst ein ziemlich cleverer Detektiv, liebt Kaffee und hat die dunkle, rauchige Stimme eines echten Haudegens – leider kann nur Tim ihn verstehen!

Für alle anderen Menschen klingt er wie jedes andere Pokémon und kann lediglich seinen eigenen Namen sagen.

„Wir leben hier… in der Pokémonwelt“

Pokémon und Menschen leben friedlich nebeneinander her, doch in letzter Zeit stimmt irgendetwas nicht. Es kommt immer häufiger zu plötzlichen Wutanfällen und Angriffen durch – ansonsten lammfromme – Pokémon! Tims Vater wollte diesem Mysterium auf den Grund gehen, bevor er ohne Vorwarnung verschwand. Pikachu und sein Sohn nehmen seine Ermittlungen wieder auf, denn das ist der einzige Anhaltspunkt, den das Team hat.

Das Spiel gliedert sich in mehrere Kapitel und in jedem gilt es für die Spürnasen massig Informationen zu sammeln. Ein großer Bestandteil des Gameplays besteht daraus, die Menschen und Monster vor Ort zu befragen, oft auch mehrmals. Hat man genug Fakten zusammen, können offene Fragen in Angriff genommen werden, indem man die relevanten Aussagen und Tatsachen herausfiltert und auf einem separaten Bildschirm via „Drag and Drop“ an richtiger Stelle einsetzt. Das erweist sich nur selten als wirkliche Kopfnuss und die Antwortmöglichkeiten sind meist ziemlich eindeutig. Ab und an waren die Fragen aber etwas seltsam und missverständlich gestellt, was zu blindem Herumgerate führte.

Neben dem emsigen Sammeln von Informationen gibt es noch Quick-Time-Events, die aber ziemlich langsam ablaufen und deshalb nicht wirklich fordernd sind. Selten gibt es simple Minigames und Herausforderungen, die zwar ähnlich anspruchslos sind, jedoch eine willkommene Abwechslung bilden und ziemlich spaßig sind.

Hübsch mit Ecken und Kanten

Die Welt von Meisterdetektiv Pikachu ist bunt, fröhlich und nett anzusehen. In jedem Kapitel wimmelt es von Menschen und Pokémon und alles wirkt stimmig und geschäftig. Der durchaus positive Gesamteindruck wird durch die starke „Treppchenbildung“ an den Konturen getrübt. Dadurch wirkt alles ziemlich ungeschliffen und grob – in diesem Maß für 3DS nicht zeitgemäß. Bei Nahaufnahmen und besonders bei Pikachu ergab sich schon ein besseres Bild und auch Mimik und Gestik wirkten glaubwürdig.

Vereinzelt kam es zu nervigen „Slowdowns“ und alles lief etwas langsamer ab. Das störte manchmal den ansonsten flüssigen und geschmeidigen Gesamteindruck. Glücklicherweise war das selten der Fall.

Die großen und kleinen Kampfmonster machen eine gute Figur und bleiben ihrem Design treu. Bei den Menschen im Spiel hat man einen anderen Weg eingeschlagen und hat sich vom Anime-Stil entfernt. Sie wirken deshalb aber keinesfalls realistischer, sondern gehen vielmehr in die Richtung Disney/Pixar. Das kann man dem Titel aber kaum als negativen Kritikpunkt anlasten, es ist letztendlich einfach Geschmackssache.

Eine Pokéflöte würde nicht besser klingen

In akustischer Hinsicht gibt es absolut nichts an Meisterdetektiv Pikachu auszusetzen. Die musikalische Untermalung ist unauffällig aber passend und dasselbe gilt für die gesamte Soundkulisse. Besonders positiv sticht die Synchronisation hervor: Jeder wichtige Charakter ist in Sequenzen vertont und hat eine professionelle und wohlklingende Stimme, die zu ihm passt. Manche Stimmen klingen auf die ein oder andere Weise affektiert, das fügt sich aber trotzdem gut in die cartoonhafte Welt ein. Schön ist es auch, dass jedes Pokémon, das man anspricht, vertont wurde und serientypisch seinen Namen wiedergibt. Auch außerhalb von Gesprächen rufen die Monster ihre Namen – oder zumindest Teile davon.

Schöne neue Welt

Dieses Review ist in Sachen Gameplay und Grafik bisher recht mau ausgefallen, doch nun kommen wir zu den großen Stärken des Spiels! Meisterdetektiv Pikachu hat sehr viel Charme und Witz und sorgt trotz einiger Längen für gute Unterhaltung. Besonders die quietschgelbe Maus mit der unpassenden aber sexy Stimme eines Rockstars weiß zu gefallen. Pikachu hat ein Ego in der Größe eines Onix und trägt immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. Obwohl man Tim durch das Abenteuer steuert, wird bald klar, wer der eigentliche Star des Spiels ist. Der junge Mann ist zwar wirklich nett und hat das Herz am rechten Fleck, gleichzeitig aber auch ziemlich blass und langweilig.

Die Story ist jetzt kein Blockbuster und die endlosen Befragungen bremsen manchmal den Spielfluss aus, aber trotzdem erzählt der Ableger eine sehr interessante Geschichte. Je näher man auf den Grund der mysteriösen Geschehnisse kommt, desto mehr steigt die Neugier.

Man merkt diesem Spin-off an, dass sich die Entwickler bei dem Erschaffen der Spielwelt wirklich Gedanken gemacht haben. Hier wird eine Welt gezeigt, in der Mensch und Pokémon im Alltag zusammenleben, arbeiten und funktionieren, in der alle Komponenten sinnvoll ineinandergreifen. Dass diese beiden Spezies harmonisch Seite an Seite existieren können, wurde in so ziemlich allen Ablegern der Serie etabliert. Der Fokus hin zum täglichen Leben, fernab von Kämpfen, Arenen, Orden und Zehnjährigen, die dir am Straßenrand auflauern, um dir im Kampf den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen, ist schlicht erfrischend und steckt voller sinnvoller Ideen.

Fall abgeschlossen

Die Grafik schwankt zwischen grob, grundsolide und hübsch hin und her und das Gameplay schwächelt auch an vielen Ecken und Enden. Die zahlreichen Befragungen werden mit der Zeit ermüdend und der Schwierigkeitsgrad ist insgesamt zu niedrig. Gleichzeitig hat das Spiel viel Herz und bringt einen zum Schmunzeln.

Es sind die Details, die Meisterdetektiv Pikachu aufwerten, sei es ein pfiffiger Dialog oder die durchdachte Spielwelt. Es ist außerdem möglich mit einem Druck auf das Pikachu-Icon auf dem unteren Bildschirm beliebig oft kleine Sequenzen mit dem gelben Fellball auszulösen. Diese wiederholen sich mit der Zeit natürlich, aber eine neue Umgebung bedeutet auch immer neue Mini-Videos – auch hier zeigt sich die Liebe zum Detail.

Fazit

»So durchwachsen und unzufriedenstellend dieser Titel mancherorts auch sein mag, es gibt einige Aspekte, die Meisterdetektiv Pikachu* zu einem tollen Erlebnis machen. Wer Pokémon mag und wen die negativen Punkte nicht abschrecken, kann bedenkenlos zugreifen. Besonders für jüngere Zocker ist das Spiel aufgrund des Schwierigkeitsgrades und seiner Kinderfreundlichkeit ideal.«

 

Tim Goodman macht sich zusammen mit Pikachu auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater und stößt dabei auf unerwartete Mysterien.
Befragen, filtern und kombinieren. Dazu kommen ein paar Quick-Time-Events und Minispiele.
Durchwachsene Grafik mit für Pokémon untypischem Design.
Stimmige Musik und Soundkulisse.
Man kann zu Beginn des Spiels eine Hilfefunktion aktivieren, die einem beim Lösen der Rätsel hilft.

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