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Sonntag, 2. Juli 2017, 17:52

Im Test! RPG Maker Fes

Titel RPG Maker Fes
Japan 16. November 2016
NIS America
Nordamerika 27. Juni 2017
NIS America
Europa 23. Juni 2017
NIS America
System 3DS
Getestet für 3DS
Entwickler Kodakawa Games, Ltd.
Genres Baukasten
Texte
Japan 
Vertonung

Menschen mit wunderschöner Fantasie ermöglichen es uns seit Jahrzehnten in großartige, fiktive Welten einzutauchen, dort Abenteuer zu erleben, zu lachen und zu weinen. Voller Nostalgie denken wir zurück an unser erstes Final Fantasy, Dragon Quest oder woran wir uns sonst noch so die Finger wund gespielt haben. Wieso also nicht selbst mal aktiv werden und unsere eigene Gedankenwelt mit anderen teilen?

Inzwischen gibt es längst Software, die es uns ermöglicht, eigene Videospiele zu kreieren – auch ohne tiefgehende Programmierkenntnisse. Die Reihe der RPG Maker ist ein fest etablierter Name unter der Auswahl an Systemen, mit denen man sich seine eigene Spielwelt erschaffen kann. Sie zielt darauf ab, Titel mit niedlicher Pixelgrafik zu kreieren, zum Beispiel im Stil von Chrono Trigger oder früher Zelda-Teile. Sicherlich sind auch einige bereits über einen Ableger der Serie gestolpert oder haben sich selbst schon einmal am eigenen Projekt versucht. Die Community der RPG-Maker-Entwickler ist groß und kreativ und dementsprechend gibt es eine unvorstellbare Menge an wunderschönen, selbstgebastelten Bausteinen, Sprites und vielem mehr. Auch eine Vielzahl an Skripts und Plug-ins lassen sich im Netz finden. Dank dem RPG Maker konnten auch tolle Titel wie To the Moon oder Vampires Dawn das Licht der Welt erblicken.

Mit RPG Maker Fes erscheint nun ein neuer Teil der Reihe, diesmal für Nintendo 3DS. Das Grundprinzip ist hier unverändert: Erschafft ein Spiel mit eurer eigenen Storyline, individuellen Charakteren und was sonst noch alles dazugehört. Aber kommt der Ableger für Nintendos Handheld an seine großen Brüder heran?

Am Anfang war eine Karte

»Zudem wird die Arbeit an der Map durch fragwürdige Elemente erschwert. Wieso kann ich auf dem Rückgängig-Button nur einen Schritt zurückgehen?«

Habt ihr das Spiel angeworfen, kann es auch schon losgehen. Ihr startet ein neues Projekt und sitzt erst einmal vor einer leeren Fläche, eurer Karte. Diese muss gefüllt werden, abhängig davon, welche Funktion sie erfüllen soll. Ist es eine Map, auf der euer Protagonist zwischen den Orten hin- und herreist? Ist es ein kleines, gemütliches Zimmer oder eine mittelalterliche Stadt? Für alles gibt es bestimmte Bausteine, um euer Abenteuer entsprechend zu gestalten. Im Shop gab es während der Testphase bereits kostenlose Pakete, beispielsweise für moderne Bauteile und Charaktere, die man sich herunterladen konnte und danach automatisch im Programm implementiert waren. Neben den geschenkten Erweiterungen gab es auch kostenpflichtige und es kann davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der DLCs erweitert wird, wenn RPG Maker Fes Erfolg hat.

Das Menü ist simpel und übersichtlich gestaltet. Trotzdem ist das Bauen dank kleinem Bildschirm und Stylus manchmal eine fummelige Angelegenheit. Zudem wird die Arbeit an der Map durch fragwürdige Elemente erschwert. Wieso kann ich auf dem Rückgängig-Button nur einen Schritt zurückgehen? Warum kann ich nicht mit einem Knopfdruck die komplette Fläche markieren? Falls diese Funktionen im RPG Maker Fes vorhanden sind und ich diese falsch angewendet habe, entschuldige ich mich. Leider gibt es zu diesem Programm keine Anleitung, was Nerven kostet. Dazu aber später mehr.

Ohne Event kein Spiel

Bevor den dekorierten Karten Leben eingehaucht werden kann, müssen noch ein paar Vorkehrungen getroffen werden. In einem Untermenü des RPG Maker Fes gibt es noch eine Art Gerüst, in dem grundsätzliche Entscheidungen getroffen werden müssen. Hier legt man zum Beispiel fest, wer der steuerbare Charakter ist und welchen Namen er trägt. Außerdem legt man hier die Gegner fest, die gegebenenfalls im Spiel erscheinen. Bevor also mit dem Einbauen der Events angefangen werden kann, sollten diese Punkte geklärt sein. Die Events selbst werden in einem separaten Event-Menü eingearbeitet. Hierzu wählt ihr die gewünschte Map aus und setzt einen Punkt, an dem das Ereignis ausgelöst werden soll. Danach wird spezifiziert und es muss geklärt werden, wie das Event ausgelöst wird und was dabei passiert. Zu den einzelnen Möglichkeiten gibt es am oberen Bildschirm eine kurze Erklärung, die allerdings wenig hilfreich ist. Wenigstens gibt es ein paar vorgefertigte Ereignisse wie den Teleport zu einer anderen Karte oder das Öffnen einer Truhe. Da diese Art von Event häufig genutzt wird, ist dies ein wirklich nützliches Feature.

Mit viel Geduld und eifrigem Herumprobieren kann man durchaus ansehnliche Ereignisse basteln. Das Fehlen eines Tutorials, besonders wenn man noch nie mit einem RPG Maker gearbeitet hat, macht das Erlebnis aber sehr frustrierend und erstickt jegliche Motivation im Keim. Dass kein Meister vom Himmel gefallen ist, ist allgemein bekannt. Auch mit einem Handbuch muss man Zeit investieren, um ein Spiel zu erschaffen, das mehr bietet als nur die Basics. Aber eine brauchbare Einführung in die Grundlagen der Event-Erstellung wäre wirklich wünschenswert gewesen. Hier kann man nur auf die fleißige Community hoffen, die hoffentlich bald ein ausführliches Handbuch hochlädt.

Hübsche kleine Bausteine

Wer eine Schwäche für Retrografik und Pixelwelten hat, wird lieben, was RPG Maker Fes zu bieten hat. Die Bauteile, die während des Tests bereits nutzbar waren, sahen sehr ansprechend aus und auch die kleinste Blumenvase war gut zu erkennen. Besonders positiv fallen die vorgefertigten Bilder der Charaktere auf, die unter anderem bei einem Dialog sichtbar sind. Die Abbildungen sind mit beeindruckend vielen Details und sehr dynamisch gezeichnet. Zu jedem Charakter gibt es noch zwei weitere Varianten, in denen unter anderem Haar- und Hautfarbe abweichen. Bei den weiteren kostenlosen Paketen, die im Shop verfügbar waren, war die Auswahl sehr viel geringer und es gab kaum alternative Varianten der jeweiligen Protagonisten.

Nicht ohne meinen Theme-Song!

Was ist ein Videospiel schon ohne Musik? Deshalb kann man bereits bei dem Erstellen der Karte gleich das passende Lied auswählen, das im Hintergrund spielen soll. Warum man es nicht bereits bei der Auswahl probehören kann, weiß der Geier. RPG Maker Fes bietet eine Handvoll Musikstücke und Soundeffekte, die dem eigenen Videospiel die richtige Akustik verleihen. Erbitterter Kampf, romantische Begegnung – für jede Situation ist etwas dabei. Insgesamt ist die Auswahl aber recht klein ausgefallen, wenn man gerne viel musikalische Abwechslung in sein Spiel einbauen möchte. Auch hier wird sicherlich, und hoffentlich kostenlos, Nachschub geliefert.

Selber bauen oder sein lassen?

RPG Maker Fes auf Nintendo 3DS bietet eine Grundlage, sich ein solides Videospiel zu basteln. Für die Handheld-Version dieser Software spricht ganz klar die Share-Funktion, die es möglich macht, Spiele anderen 3DS-Nutzern zugänglich zu machen. Andersherum kann man auch in die Welten anderer Entwickler eintauchen. Leider gibt es Minuspunkte aufgrund des fehlenden Tutorials und teils umständlicher Menüführung. Die größte Problematik sehe ich jedoch in den begrenzten Ressourcen und fehlender Individualität. Es gibt keine Möglichkeit eigene Musik, Bilder, Sprites, Bausteine und Skripts zu verbauen. Im Internet gibt es auch die Möglichkeit wunderschöne Erweiterungen von Designern zu erwerben. (Für alle extern erworbenen Ressourcen, die ihr für euer Spiel nutzt, gilt übrigens immer: Lizenzbedingungen abklären!) Man ist beim 3DS-Ableger letztendlich immer davon abhängig, was bereits da ist und was im Shop geboten wird. Ob externe Inhalte in Zukunft doch implementiert werden können, ist unklar. Es erscheint aber unwahrscheinlich, denn jeder kann sein Projekt über Nintendo anderen Spielern zur Verfügung stellen. Da ist ein gewisses Maß an Kontrolle der Inhalte wichtig. Es wäre aus Sicht der Firma sicherlich nicht wünschenswert, wenn es Titel mit Schmuddel-Inhalt oder Ähnlichem auf das Portal schaffen würden.

»Die größte Problematik sehe ich jedoch in den begrenzten Ressourcen und fehlender Individualität.«

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass man mit RPG Maker Fes sicher nichts falsch macht, wer aber ein komplexeres Spiel, über die begrenzten Werkzeuge hinaus, erschaffen will, lässt die Finger davon. Da lohnt es sich eher in einen PC-Ableger des RPG Makers zu investieren und sich damit viel mehr Freiheiten bei der Entwicklung einzuräumen. Der neueste Ableger für den Heimcomputer ist momentan RPG Maker MV und ist normalerweise deutlich teurer als der 3DS-Titel. Im Rahmen des Steam Summer Sales ist die Software aber stark reduziert. Letztendlich kommt es darauf an, was ihr am Ende erschaffen wollt und ob es euch stört, dass ihr eure Protagonisten und andere Bauteile immer wieder in anderen Spielen seht. Wenn ihr einfach ein solides Videospiel machen möchtet und auf optische und akustische Individualität nicht so viel Wert legt, ist RPG Maker Fes sicherlich ein lohnender Kauf.

Story: Das hängt ganz von euch ab!

Gameplay: Im Grunde zwar simpel, aber durch fragwürdige Menüführung und fehlendes Tutorial manchmal sehr frustrierend.

Grafik: Die niedliche Pixel-Optik ist wirklich hübsch anzusehen.

Sound: Eine kleine, aber feine Auswahl an RPG-Musik für jeden Anlass.

Sonstiges: Fertige Spiele können via Nintendo mit anderen Nutzern geteilt werden.

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Brandybuck« (2. Juli 2017, 20:11)


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