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Donnerstag, 20. April 2017, 19:40

Im Test! Yooka-Laylee

Titel Yooka-Laylee
Japan 11. April 201
Team 17
Nordamerika 11. April 2017
Team 17
Europa 11. April 2017
Team 17
System PCs, PlayStation 4, Xbox One
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Playtonic Games
Genres Plattformer, Adventure
Texte
 Multilingual

Von 0 auf 175.000 £ in 38 Minuten und gerade einmal 21 Stunden, bis die eine Millionen-Pfund-Marke geknackt wurde. Die Kickstarter-Kampagne zu Yooka-Laylee gehört zu den erfolgreichsten ihrer Art und ist in vielerlei Hinsicht interessant. In einer Zeit, in der augenscheinlich kein Bedarf nach 3D-Open-World-Plattformern herrschte, nahm die Kampagne nicht nur unter einer Stunde den Zielbetrag ein, sondern erreichte bis zum Kampagnenende auch das Stretchgoal von 2 Millionen Pfund. Am Riesenerfolg ist auch das Entwicklerteam maßgeblich beteiligt: Playtonic besteht zu großen Teilen aus Veteranen der Rare Ltd. Studios, die unter anderem auch an Klassikern wie Donkey Kong Country für das Super Nintendo Entertainment System und Banjo-Kazooie für Nintendo 64 beteiligt waren. An Genreerfahrung mangelt es dem Team also nicht. Was das Konglomerat aus Steve Mayles, Chris Sutherland, Steven Hurst und Co. auf die Beine gestellt hat und ob Yooka-Laylee den durchaus hohen Erwartungen gerecht werden kann, erfahrt ihr in unserem Test!

Für Freunde von 3D-Jump’n’Runs gab es die letzten Jahre immer nur sporadisch Grund zur Freude. Im Großen und Ganzen dominieren seit langem aber andere Genres den Spielemarkt: insbesondere die sogenannten „Casual“-Spiele abseits der Nintendo-Konsolen bieten nur wenig Qualität, wenn es um dreidimensionale Plattformer geht. Während Switch-Besitzer sich über einen neuen Mario-Ableger erfreuen dürfen, müssen sich andere Videospielsympathisanten nach Alternativen umsehen. Nach den üblichen Entwicklerstudio- und Publisher-Informationen finden wir uns in einem schnuckeligen Menü mit animierten Icons wieder. Schon hier werden Videospielveteranen einem charmanten N64-Flair ausgesetzt.

Die Geschichte gestaltet sich wie folgt: Dr. Quack, eine augenscheinlich körperlose Ente, und Capital B., seines Zeichens Anführer der Bösewichte, haben einen gigantischen Sauger entwickelt, um alle Bücher der Welt an sich zu reißen. Das üble Duo hat allerdings nicht mit den titelgebenden Helden gerechnet: Yooka und Laylee werden um ein spezielles Stück Literatur beraubt: ein magisches Buch mit güldenem Blatt: das magische Buch wird beim Aufsaugen stark in Mitleidenschaft gezogen und die Seiten, „Pagies“ genannt, verteilen sich kreuz und quer in der Spielwelt. So oder so ähnlich beginnt das Abenteuer um Yooka, Laylee, Capital B., Dr. Quack und die Pagies…

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Nachdem ein kurzes Tutorial Neueinsteigern die Steuerung näherbringt, befinden sich Yooka und Laylee im, verzeiht den Einwurf, verdammt geräumigen Laboratorium von Capital B. und Dr. Quack. Spätestens nach dem dritten Mal Verlaufen kennt man sich ein wenig aus und hat zumindest eine Hand voll Orientierungspunkte. Wie dem auch sei, besteht schon nach kurzer Zeit und dem Kennenlernen der ersten NPCs die Möglichkeit, die erste richtige Spielwelt zu betreten.

Ganz nach dem Motto „Welcome to the Jungle“ finden sich Spieler in einer Art Dschungel wieder, welcher mit zahlreichen Ruinen und mysteriösen Symbolen zum Erkunden einlädt. Auch die Hüpf- und Laufkünste des Spielers werden hier zum ersten Mal geprüft und Genrefreunde von ihrer Sehnsucht befreit. Schnell stellt sich heraus, dass Playtonic während der Entwicklung den Fokus nicht wie zahlreiche andere Action-Adventures auf den Kampf, sondern auf das Springen gelegt hat. Die Spielwelt ist zu großen Teilen intelligent konzipiert und erlaubt, sofern es die Fingerfertigkeiten zulassen, spektakuläre Sprünge von Baumkronen über Steinfelsen zu schwebenden Plattformen und wieder zurück. Typische Gegner hingegen stellen selten ernstzunehmende Hindernisse dar und sind meist mit wenigen Angriffen aus der eher überschaubaren Trickkiste ausgeschaltet.

Sollte es einmal nicht weitergehen ist, Verlass auf Trowzer, eurem persönlichen Schwarzhändler für Fähigkeiten. Zahlungsmittel sind Quills – kleine, goldene Federn, welche sozusagen das Goldmünzen- oder Bananen-Äquivalent zur Konkurrenz darstellen. Fähigkeiten wie das Schießen von Projektilen oder ein gewaltsamer Bodensturz eröffnen Möglichkeiten, weitere Pagies zu befreien und in der Spielwelt voranzukommen. Auch die zahlreichen Rätsel lassen sich durch neu ergatterte Fähigkeiten lösen. Die Spielwelt ist voller Möglichkeiten, die neu erhaltenen Fähigkeiten zu testen!

Die nachfolgenden Spielwelten, welche über das Hauptgebäude des Bösewichts Capital B. erreicht werden können, unterscheiden sich hinsichtlich Thema und Design stark voneinander. Entsprechend frisch wirkt dementsprechend der Wechsel zwischen den Spielwelten. Für Frische sorgt sicherlich auch, dass jede Spielwelt mit einer Menge Nebenaufgaben, Quills, Pagies und albernen Dialogen aufwarten kann. Während speziell die ersten zwei Spielwelten motivieren und zu begeistern wissen, lässt das Leveldesign im späteren Spielverlauf leider öfters zu wünschen übrig. Nach einem etwa zwei Spielwelten andauernden Tief mündet Yooka Laylee allerdings in einem erneut souveränen Finale.

Die größtenteils hervorragend durchdesignten Szenerien und Charaktere werden leider durch immer wieder auftretende, technische Missstände getrübt. Trotz einer nicht allzu anspruchsvollen Grafik (die durchaus wunderschöne Szenen generieren kann) kommt es immer wieder zu Rucklern und auch die angesetzten 30 Bilder pro Sekunde werden in der Version für PlayStation 4 nicht immer eingehalten.

Überblickt der Spieler größere Areale von einer Anhöhe oder Ruinenspitze, wird die sonst stimmige und atmosphärische Szene durch Pop-Ups getrübt. In seltenen Momenten kommt es zu Kamerafehlern, die witzigerweise an Konsolenspiele alter Tage erinnern: mal ist die Kamera einfach widerspenstig und hat einen eigenen Kopf, dann verschwindet sie im Geröll, an welchem sich Yooka und Laylee bewegen. Alles in allem verhält sich die Kamera nach einem Day-One-Patch aber deutlich besser als zuvor. Die Steuerung ist hinsichtlich Präzision und Latenz im Mittelfeld anzusiedeln. Außerdem fällt auf, dass Yooka einen für seine Maße wirklich hohen Wendekreis besitzt!

Yooka-Laylee_20170417014331

Spielspaß? Hier entlang!

»All diejenigen, die noch heute von den guten, alten Zeiten reden, kommen mit Yooka-Laylee voll auf ihre Kosten. Als spiritueller Nachfolger zu Banjo-Kazooie bleibt mit Yooka-Laylee vor allem eins nicht auf der Strecke: der Spielspaß. Die große, offene, stellenweise entzückende Spielwelt kombiniert mit einem pfiffigen Duo, verrückten und witzigen Dialogen und NPCs macht Yooka-Laylee zu dem was es ist: ein moderner Plattformer, der sich vor nichts zu verstecken braucht!«

Story: Zweckdienliche Story, alberne Dialoge: eine Geschichte mit Tiefgang wird zu keinem Zeitpunkt vermisst!

Gameplay: Motivierendes Gamedesign trifft auf einladende Levels, Bosskämpfe stellen die absoluten Highlights dar.

Grafik: Gröbere Polygone sind durchaus zu finden, bis auf kurze Phasen ist Yooka-Laylee aber durchdesignt und weiß visuell zu überzeugen.

Sound: Meist stimmige Musik, welche die Atmosphäre der jeweiligen Spielwelt gut einfängt.

Sonstiges: Kleinere, technische Missstände die im Gesamtbild aber zu vernachlässigen sind.

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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Brandybuck« (8. Juli 2017, 13:05)


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2

Donnerstag, 20. April 2017, 20:49

Sehr schöner, übersichtlicher Test. Leider ist Yooka Laylee auch eines der Spiele, die sehnsüchtigst erwartet wurden, durch maue Kritiken dann aber relativ schnell am Ende wieder Links liegen gelassen wurde. Es ist fast wie bei Type-0 oder Dragon Quest VII. Es gibt Petitionen, dass die Spiele zu uns kommen, wenns dann so weit ist, kommen vernichtende Reviews und das Interesse flaut ab (bei Dragon Quest VII lags nicht an den Reviews, die waren gut). Man wollte einen Oldschool-Plattformer im modernen Gewand haben, der scheint vielen nun aber zu altbacken zu sein. Die ganze JonTron Geschichte und wie arschig sich einige Team 17 Mitglieder Online verhalten haben, scheint aber nicht wirklich einen all zu negativen Einfluss auf Yooka Laylee ausgeübt zu haben. Ich muss aber auch gestehen, JohnTron ist mir ziemlich egal.

Zitat

Trotz einer nicht allzu anspruchsvollen Grafik (die durchaus wunderschöne Szenen generieren kann) kommt es immer wieder zu Rucklern und auch die angesetzten 30 Bilder pro Sekunde werden in der Version für PlayStation 4 nicht immer eingehalten.


Das ist etwas, was ich leider nicht so recht nachvollziehen kann. Nicht nur bei Yooka Laylee. Auch Nier: Automata leidet mit ständigen Hiccups und Pop-Ups an Performance Problemen, die nie und nimmer mehr in solch einer Heftigkeit auf einem Gerät der aktuellen Konsolen-Generation auftreten sollten. Am Budget wirds bei Yooka Laylee sicherlich nicht gelegen haben.

Insgesamt liest sich das doch aber sehr ansehnlich. Viele haben hier vermutlich wieder eine Revolution erwartet, ich denke, Yooka Laylee ist am Ende das Spiel geworden, wie es angepriesen wurde. Anders als Mighty No. 9. Da es sich hier auch nicht ansatzweise um einen Vollpreis-Titel handelt, kann man, wenn man ein Auge zudrückt, auch die technischen Probleme mal nach hinten kehren.

3

Freitag, 21. April 2017, 12:46

Na ja, bei der Grafik keine 60 FPS zu liefern ist einfach nur ein Armutszeugnis, auch scheint das Spiel zwischendurch ja insbesondere technisch aber durchaus auch spielerisch eher mit heißer Nadel gestrickt.

Das größte Problem sind aber die Charaktere, die wirken einfach kitschig und billig.

Es reicht einfach 20 Jahre später nicht ein Game abzuliefern, das halb so gut ist (technisch wie spielerisch) wie die damaligen Klassiker Banjo Kazoie und Banjo Tooie und darauf zu hoffen, dass mehr als nur ein paar Altfans das dann toll finden.
Mein Blog über Rollenspiele aller Art: http://rpcg.blogspot.com/


Schau mir beim Spielen zu: http://www.twitch.tv/spiritogre

4

Freitag, 21. April 2017, 18:58

Die technischen Schwierigkeiten machen Yooka-Laylee keinesfalls zu einem unspielbaren Titel. Das ändert nichts daran, dass die Gründe für die Ruckler und vergleichsweise niedrige Framerate nicht nach zu vollziehen sind. Wie kitschig oder albern die Charaktere sind, liegt wohl im Ermessen des Einzelnen.

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