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Dienstag, 14. März 2017, 18:10

Im Test! Touhou Genso Wanderer

Titel Touhou Genso Wanderer
Japan 25. Juni 2016
Idea Factory
Nordamerika 21. März 2017
NIS America
Europa 24. März 2017
NIS America
System PlayStation Vita, PlayStation 4
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Aqua Stlye
Genres Rogue-like
Texte
Nordamerika Japan
Vertonung Japan

Wenn man die Bezeichnung Touhou Project hört, denkt man vielleicht zuerst an die Serie, die aus zahlreichen Dōjin-Shoot’em-Ups besteht, die zum Genre Danmaku (oder Bullet Hell) gehören. In der Tat hat der Entwickler Team Shanghai Alice in den letzten Jahren hauptsächlich Titel programmiert, in denen ihr euch gegen das Kreuzfeuer der feindlichen Übermacht schützen müsst. Allerdings müsst ihr den gegnerischen Geschützen nicht nur ausweichen, sondern solltet auch mit euren Fähigkeiten die Feinde attackieren.

Interessiert ihr euch nicht für dieses Genre oder benötigt eine Abwechslung im westlichen Touhou-Universum, bietet das Studio nun eine Möglichkeit dazu. Mit Touhou Genso Wanderer bringt NIS America am 24. März ein Roguelike-Rollenspiel für PlayStation 4 und PlayStation Vita nach Europa. Wir bewegen uns mit diesem Videospiel immer noch im Bereich der kniffligen Herausforderungen, jedoch ist das Spielsystem ruhiger gestaltet und nicht annähernd so hektisch wie in den Dōjin-Shoot’em-Ups.

Doch kann uns der Entwickler mit diesem Videospiel überzeugen? Wandert ihr angespannt durch die Labyrinthe oder erwarten euch nur frustrierende Abenteuer? Wir durften bereits einen Blick auf das Roguelike-Rollenspiel werfen und sind tausende Tode gestorben, mal mehr oder weniger aus eigener Dummheit, und haben den Titel tapfer für euch getestet.

Das Verhängnis der Goldenen Kugel

An einem herrlichen Sommertag beschließt die Heldin Reimu aus dem Schrein zu schleichen und begibt sich in die Welt der Menschen. Der Tag verspricht herrlich zu werden, bis ein plötzlicher Regenschauer auf unnatürliche Art die Sonne verdrängt. Reimu will zum Schrein zurückkehren, doch der Regen wird immer stärker. So betritt sie auf dem Heimweg ein Gebäude in Kourindo. Es handelt sich um einen Laden, der Rinnosuke gehört. Als er Reimu erkennt, verdunkeln sich seine Züge, aber er begrüßt sie freundlich.

Reimus neues Abenteuer beginnt mit einer, der leider seltenen, Filmszenen.

Reimus neues Abenteuer beginnt mit einer, der leider seltenen, Filmszenen.

Reimu hat ihm zuvor noch nie einen Gegenstand abgekauft und hat es in Zukunft auch nicht vor. Um sich die Zeit zu vertreiben, erkundigt sie sich, ob Rinnosuke im Besitz von seltenen Objekten ist. Dabei fällt ihr eine goldene Kugel auf, die er in seinen Händen hält. Der Name dieser Kugel lautet „Golden Sphere“ und ist ein mächtiger Stein, der die geheimnisvolle Kraft besitzt, Personen zu verzaubern.

Auch Reimu unterliegt diesem Bann und sie möchte die Kugel berühren. Obwohl Rinnosuke ihr diese Aktion nicht gestattet, gelingt es der Heldin, den Ball anzufassen. In diesem Moment erscheinen Blitze und die Kugel rollt aus Rinnosukes Händen. Als der Ladenbetreiber diese aufheben möchte, wird er von einem seltsamen Licht umgeben, das von ihr ausgeht.

Nicht nur er wird von der unheimlichen Energie umfasst, sondern auch Kourindo. Nachdem Reimu sich von dem Schock erholt hat, erkundigt sie sich nach Rinnosukes Wohlergehen. Doch dieser zeigt ihr nur ein verrücktes Grinsen und greift sie mit übermächtigen Kräften an. Um sich vor dem Tod zu schützen, teleportiert Reimu sich aus der Gefahrenzone, da sie momentan gegen ihren Angreifer keine Chance auf einen Sieg verspürt.

Draußen fällt ihr ein Turm auf, von dem Unheil ausgeht. Die Bewohner des Landes sind zudem verzaubert und greifen die Heldin erbarmungslos an. Mit ihren schwächenden Kräften wehrt sich das Schreinmädchen und trifft auf ihrem Weg auf die Zauberin Futo Mononobe, die sie aus dem Schlamm befreit und damit das Leben rettet. Aus Dankbarkeit begleitet sie Futo zum Schrein. Dort erfahren die beiden, welche schrecklichen Ausmaße Reimus Neugierde angerichtet hat.

Aller Anfang ist schwer, hier besonders sehr

Wenn ihr bereits ein Rollenspiel im Roguelike-Stil gespielt habt, könnt ihr euch sicherlich denken, dass euch eine harte Herausforderung erwartet. Die allgemeinen Regeln für Spiele solcher Art lauten: eine zufällige Anordnung der Labyrinthe, ein stark begrenztes Inventar, eine Horde von Monstern und versteckte Fallen, eine Reduzierung auf Stufe 1, sobald man das Verlies verlässt und eine Bestrafung bei einem Tod während einer Erkundung (im Normalfall verliert man seine gesammelten Gegenstände).

Diese harmlose Begegnung wird Reimus Leben im Schrein komplett verändern.

Diese harmlose Begegnung wird Reimus Leben im Schrein komplett verändern.

Touhou Genso Wanderer beginnt zunächst mit einem Tutorial-Verlies, in dem ihr die wichtigsten Grundlagen erlernt und das Spielprinzip langsam kennenlernt. Wer möchte, kann anschließend noch einen Dungeon aufsuchen, der weitere Einzelheiten aus dem Spielsystem erklärt. Trotz der verschiedenen Übungen geht das Spiel nicht auf alle Elemente ein, sodass für euch immer noch genug Raum besteht, andere Funktionen selbst zu entdecken.

Habt ihr euch mit der grundlegenden Steuerung angefreundet, dürft ihr euch auch gleich in den ersten Dungeon stürzen. Ihr habt die Wahl, ob ihr Reimu die Erkundung allein zutraut oder ihr eine Partnerin zur Seite stellt, zu Beginn steht jedoch nur Futo zur Auswahl. Sobald ihr das erste Verlies betretet, wird euch vielleicht die Größe erschlagen. Das Roguelike-Rollenspiel schickt euch nicht in einen Dungeon, der nur aus zehn Etagen oder weniger besteht, nein, ihr müsst direkt euer ganzes Können unter Beweis stellen.

Die Etagen verändern sich mit jedem Besuch und bestehen aus verschiedenen Räumen, die durch Korridore miteinander verbunden sind. Sobald ihr einen Raum betretet oder einen Flur durchwandert, werden diese Areale automatisch auf einer einfachen Karte aufgezeichnet. Euer Ziel ist es, das oberste Stockwerk zu erreichen. Die Aufgabe klingt einfach, allerdings stellen sich euch dutzende Gegner in den Weg, zudem erschweren verschiedene Fallen, die unsichtbar sind, euer Vorhaben.

»Das einfache Spielprinzip versteckt eine gewaltige Herausforderung.«

Zu Beginn befindet sich die Stufe der Figuren auf Level 1. Durch das Bekämpfen der Monster bekommt ihr Erfahrungspunkte, die den Level erhöhen. Sobald ihr mit einem bestimmten Gegenstand die aktuelle Höhle verlasst, sinkt die Stufe wieder auf 1. Um gegen den Bossgegner, der auf der höchsten Ebene wartet, überhaupt den Hauch einer Chance zu haben, solltet ihr alles vernichten, was sich euch in den Weg stellt.

Reimu verfügt über Lebensenergie, die durch jeden Schritt oder Aktion automatisch wiederhergestellt wird. Natürlich hat die Sache einen kleinen Hacken, ansonsten wäre das Spiel sehr einfach. Damit die Lebenspunkte regeneriert werden können, wird ihre Sättigungsanzeige verbraucht. Ist diese Anzeige leer, sinkt das Leben von Reimu sehr schnell und ein baldiger Tod droht euch. Um die Sättigung aufzufüllen, muss Reimu essen. Die Partnerinnen besitzen nur eine Lebensanzeige, somit müsst ihr euch nur um Reimus Magen kümmern.

Das Kampfsystem läuft rundenbasiert ab. Für jeden Schritt oder jede Aktion, die ihr im Menü tätigt, dürfen die Gegner einmal agieren. Kommt es zum Kontakt mit dem Feind, der euch allerdings auch bereits aus der Entfernung angreifen kann, bearbeitet ihr diesen mit der getragenen Waffe, bis eine Partei vernichtet ist. Zusätzlich zur Waffe nutzt Reimu Karten, mit denen sie ihre besonderen Sprüche aktiviert, oder sie feuert Danmakus ab. Es stehen ihr vier verschiedene Danmaku-Angriffe zur Verfügung, die je nach Art eine andere Anzahl von P-Gegenstände verbrauchen. Diese Objekte findet ihr in den Verliesen oder erhaltet sie nach dem Bezwingen von den Gegnern.

Gemeinsam kämpft es sich in den harten Verliesen einfacher.

Gemeinsam kämpft es sich in den harten Verliesen einfacher.

Die Partnerinnen unterstützen Reimu mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten. Futo benutzt Zauber, Satori belegt die Feinde mit negativen Zustandsveränderungen und Kokoro schützt euch und sich selbst mit positiven Zuständen. Ihre Steuerung wird komplett von der KI übernommen, wobei ihr die grobe Richtung des Verhaltens einstellt. Entweder schickt ihr eure Partnerinnen in den Kampf, befehlt ihnen, euch zu folgen und zu unterstützen, sendet sie aus, um den Dungeon zu erkunden oder sagt ihnen, dass sie warten sollen. Es ist sehr wichtig, in Abhängigkeit der Situation die KI zu verändern, was nur über einen Klick im Menü funktioniert. Die Reaktionen fallen sehr intelligent aus. Wird Reimu zum Beispiel von ihrer Partnerin getrennt, kehrt diese auf dem kürzesten Weg zurück zur Heldin, wenn ihr das Verhalten dementsprechend anpasst. Auch im Kampf nutzen sie ihre Fähigkeiten meistens geschickt.

Wenn es doch einmal passieren sollte (und das wird es, mehr als nur einmal) und Reimu stirbt in einem Dungeon, dann verliert ihr das angehäufte Geld, aber die gesammelten Gegenstände dürft ihr behalten (eine Ausnahme bilden allerdings optionale Dungeon, wenn es in den Regeln beschrieben steht). In den Verliesen gibt es nur den Weg nach oben, wobei manchmal die Möglichkeit besteht, das untere Stockwerk zu betreten. Einige Flure dienen euch als Rückzugsmöglichkeit und bieten sogar die Gelegenheit, Einkäufe zu tätigen, um eure Vorräte aufzufrischen. Das Inventar ist auf 30 verschiedene Objekte begrenzt. Als Basis nutzt ihr den Schrein, der Lager für Gegenstände und Geld bietet, damit eure Güter geschützt sind.

Später ist es möglich, einen Teleporter zu nutzen, um einige Flure zu sparen. Nutzt ihr diese bequeme Lösung, müsst ihr allerdings bedenken, dass ihr an eurem Ziel die Stufe 1 besitzt. Zu Beginn des Abenteuers kann dieser Zustand selbst auf den unteren Stockwerken eines Dungeons tödlich enden (für euch getestet).

Das einfache Spielprinzip versteckt eine gewaltige Herausforderung. Zwar sind die ersten Etagen noch einfach zu meistern, kommen schon bald die geheimen Fallen, die euer Essen verbrennen, Lebensenergie abziehen, den Bildschirm verdunkeln oder eure Ausrüstung schwächen. Die Entwickler haben sich zahlreiche Gemeinheiten einfallen lassen. Um diesen Tricks zu entgehen, müsst ihr entweder Augentropfen trinken (wirklich) oder mit eurer Waffe einfach über das nächste Feld fahren. Jedoch habt ihr vor jeder Aktion Bedenkzeit und könnt euch sogar aus den harten Bosskämpfen, die euch sicherlich verzweifeln lassen, durch die Hilfe eines bestimmten Objektes fliehen. Stunden solltet ihr nicht auf einer Etage verbringen, denn dafür erhaltet ihr eine Bestrafung, wobei die Zeit immer ausreichend ist, um alle Räume gemütlich in einem Stockwerk zu erkunden.

Nito Fusion mit steigender Kraft!

Bei ihrer ersten Begegnung erhält Reimu von Futo ein verdrecktes Gerät, Nito Fusion, dessen Einsatz euch später das Abenteuer enorm erleichtern wird. Bereits im ersten Dungeon wird das Objekt repariert und erhält im Spielverlauf weitere Zusätze. Durch den Einsatz von „Nito Points“, die ihr in den Verliesen findet, gestaltet das Gerät im Menü verschiedene Objekte. Ihr könnt Waffen, Rüstungen und Accessoires miteinander kombinieren, um ihre Kraft zu verstärken und ihnen neue Siegel zu verleihen, die euch einen Vorteil im Kampf bringen. Die Ausrüstung ist in diesem Spiel enorm wichtig.

Im Schrein lagert ihr eure Gegenstände und sammelt Geld, sowie Nito Points.

Im Schrein lagert ihr eure Gegenstände und sammelt Geld, sowie Nito Points.

Nur diese Gegenstände behalten ihre Stufe, wenn ihr einen Dungeon verlasst oder sterbt. Dadurch ergibt sich die Tatsache, dass ihr eure Waffen trainiert und nicht die Figuren. Später könnt ihr aus den gesammelten Materialien (deren Anhäufung nicht durch das Inventar begrenzt wird) Gegenstände erschaffen, wie Heiltränke, Karten oder Gerichte. Eine Liste zeigt euch, welche Gegenstände ihr aus den vorhandenen Zutaten entwickeln könnt. Diese Funktion wird euch mehr als nur einmal das Leben retten.

Um das Inventar zu erweitern, gibt es allerdings einen kleinen Trick. Immer wieder findet ihr „Gaps“, in den ihr mehrere Gegenstände verwahren könnt, die dann nicht mehr einzeln in eurem Inventar gelistet werden. Allerdings existiert nur eine Art von „Gap“, die euch eine sofortige Entnahme in den Verliesen gestattet.

Neben den Verliesen, die ihr im Spielverlauf besuchen müsst, warten noch optionale Herausforderungen auf euch. Je nach Regeln muss Reimu allein in das Verlies oder darf eine Partnerin mitbringen. Von sehr einfach bis zum Schwierigkeitsgrad „Lunatic“, es ist alles dabei, was

das Herz eines Fans des Genres begehrt. In den härtesten Dungeons ist auch die Mitnahme von Gegenständen und Materialien verboten. Hier müsst ihr euer Können unter Beweis stellen. Natürlich ist das Spiel an vielen Stellen hinterlistig, aber das gehört zu einem Roguelike-Rollenspiel dazu. Es gibt nichts Schlimmeres, als in einem Flur zu landen, in den sich eine Horde von Monstern befindet, die sich alle gleichzeitig auf Reimu stürzen. In vielen Fällen erwartet euch das Game Over. Es steht euch nur ein Speicherstand zur Verfügung. Ihr könnt euren Spielstand auf einem magischen Kreis sichern, der euch in das nächste Stockwerk führt oder ihr nutzt die Auto-Save-Funktion, die in jeder neuen Etage sofort aktiviert wird.

»Jedoch ist die eigentliche Grafik sehr einfach gehalten und ihr solltet nicht auf viele Details hoffen.«

Nicht nur die Kämpfe laufen über eine einfache Steuerung, auch der Aufbau des Menüs ist sehr übersichtlich gehalten, allerdings gestaltet sich die Alchemie durch Nito Fusion etwas umständlich. Für einige Rezepte benötigt ihr Materialien, die ihr vor der Herstellung noch einmal extra aussuchen müsst. Außerdem haben wir keine Möglichkeit gefunden, die Anzahl für die Herstellung für ein Objekt zu erhöhen, was natürlich auch daran liegen kann, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, da für jede Aktion der Gegner einen Schritt tätigt. Somit könnt ihr immer nur einen Gegenstand produzieren und müsst dann wieder alles anwählen, um das nächste Objekt zu entwickeln. Ansonsten ist diese Funktion sehr hilfreich, denn wenn ihr im Spielverlauf weitere Rezepte erhaltet, könnt ihr während einer Erkundung Sachen erstellen, die euch vielleicht schon ausgegangen sind.

Eine Wanderung durch eine niedliche 2D-Welt

Die Städte sind ziemlich schnell erkundet.

Die Städte sind ziemlich schnell erkundet.

Die Erkundung der Verliese erlebt ihr aus der Vogelperspektive auf eine 2D-Umgebung. Für die Monster hat man sich für bekannte Charaktere aus dem Touhou-Project-Universum entschieden und es ist nicht unüblich, dass ihr gegen euch selbst kämpft. Auch wenn die Figuren niedlich aussehen, sie haben es faustdick hinter ihren Ohren und wollen nur euren schnellen Tod. Dabei gilt der Grundsatz, je größer ein Feind ist, desto schwieriger wird der Kampf. Wenn die Verliese aus 30 oder über 100 Etagen bestehen, kommt innerhalb des Labyrinthes keine Langweile auf. In bestimmten Abschnitten verändert sich die Umgebung komplett, sodass ihr nicht stundenlang die identischen Hintergründe seht. Jedoch ist die eigentliche Grafik sehr einfach gehalten und ihr solltet nicht auf viele Details hoffen.

In den wichtigen Gesprächen werden die Figuren ebenfalls in 2D präsentiert. Man hat viel Wert auf ihre Gestaltung gelegt, aber ihre Bewegung bleibt in diesen Szenen relativ steif. Ganz besonders stechen die Filmsequenzen in einer hochwertigen 3D-Animation hervor, auf die man bedauerlicherweise nur sehr selten stößt. Wenn man Glück hat, werden die Spezial-Angriffe der Monster mit einer besonderen Illustration auf dem Bildschirm in Szene gesetzt. Somit erhaltet ihr noch einen schönen Anblick, wenn ihr durch diese Attacke vernichtet werden.

Ähnlich wie die Gestaltung der Gebiete, wechselt auch die Musik in den verschiedenen Abschnitten eines Dungeons, sodass ihr nicht mehrere Stunden das identische Stück hören müsst. Die Lieder sind rein instrumental und man setzt vor allem auf Klavier, welches sanfte Melodien erzeugt, aber es befinden sich auch rockige Balladen oder fernöstliche Klänge im Repertoire. Durch den häufigen Wechsel wirkt die Hintergrundmusik nie langweilig, sondern kann zur Entspannung beitragen, wenn man sich schwitzend in einem Verlies bewegt. Nur die wichtigen Szenen sind vertont, wobei nur die japanische Audiospur angeboten wird.

Mehr als eine harmlose Wandertour

Eine kleine Warnung vorweg: Wenn ihr keine Herausforderung sucht und schnell gefrustet seid, dann ist die Anschaffung von Touhou Genso Wanderer keine gute Idee. Das Spiel wird euch an einigen Stellen zur Verzweiflung treiben. Spätestens der erste Bossgegner wird euch den Hintern richtig versohlen. Ihr solltet euch nur auf dieses Abenteuer einlassen, wenn ihr ein schwieriges Rollenspiel vorzieht. Der Titel bleibt ziemlich fair, ist aber schwieriger als Sorcery Saga: Curse of the Great Curry God, schon allein durch die Tatsache, dass der erste Dungeon bereits riesig ist und es lange dauert, bis ihr das erste große Erfolgserlebnis verspürt.

Ihr solltet Freude an der Spielmechanik haben, in der es alleine darum geht, zufällige Verliese zu erkunden und dutzende Monster zu töten, denn die Handlung selbst lockt nicht an. Die Erzählung ist sehr simpel gehalten, die Figuren werden naiv dargestellt, sodass sie manchmal auch nervig sein können. An einigen Stellen ist man froh, wenn eine Einblendung eines belanglosen Dialoges vorbei ist und man mit seiner Erforschung weitermachen kann.

Als Rougelike-Rollenspiel selbst macht der Titel alles richtig. Er führt euch fair durch die Labyrinthe, im Normalfall erwartet euch keine allzu harte Strafe, wenn ihr sterbt (sofern ihr eure Gegenstände behalten dürft), aber reizt auch mit Labyrinthen, die ganz typisch dem Genre entsprechen. Zu Beginn nimmt euch die Handlung stark an die Hand. Wenn ihr dann einen Abspann seht, ist das Spiel noch lange nicht vorbei. Allerdings wird es danach schwieriger, den roten Faden der Mitte zu finden. Die Spielzeit richtet sich ganz nach euch und eurem Können. Den ersten Dungeon kann man innerhalb von zwei Stunden abschließen, allerdings werdet ihr dafür einige Versuche benötigen.

Entschließt ihr euch, auch die optionalen Labyrinthe zu meistern und alle Rezepte zu entdecken, wird euch der Titel an die 100 Stunden unterhalten. Angenehm flüssig verlief die Spielgeschwindigkeit auf dem System PlayStation 4. Auch wenn sich dutzende Feinde um euch versammeln, das Geschehen wurde nie verzögert. Vor kurzem ist in Japan Touhou Genso Wanderer Reloaded erschienen, eine überarbeitete Version des Titels. In dieser Fassung ist es auch möglich, die Hauptfigur zu wechseln, außerdem stehen weitere Partnerinnen zur Auswahl und es gibt neue Szenarien. Noch wurde nicht bestätigt, ob diese Fassung lokalisiert wird.

Story: Sehr einfach gehalten, nach dem ersten Dungeon besteht diese aus vielen belanglosen Szenen.

Gameplay: Euch erwartet ein rundenbasiertes Rogukelike-Rollenspiel, mit der Möglichkeit, Partnerinnen, die über die KI gesteuert werden, verschiedene Labyrinthe zu erkunden. Ein einfaches Alchemie-System erleichtert euch das Abenteuer.

Grafik: Die Labyrinthe sowie die Dialoge bestehen aus einer einfachen 2D-Grafik. Wenige Szenen werden durch aufwendige 3D-Animationen präsentiert. Durch den Wechsel der Hintergründe innerhalb eines Dungeons taucht allerdings keine Langeweile auf.

Sound: Der Hintergrundmusik wird rein instrumental gespielt, wobei die Stücke ebenfalls abgewechselt werden. Ob Klavier für die ruhigen Momente oder rockige Balladen, der Soundtrack bietet eine überraschende Abwechslung. Die Vertonung der wichtigen Dialoge erfolgt nur auf Japanisch.

Sonstiges: Neben den Verliesen, die zur Story gehören, gibt es viele optionale Labyrinthe, die mit unterschiedlichen Regeln ausgestattet sind, um den wahren Nervenkitzel eines Rougelike-Rollenspiels zu erleben.

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