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Dienstag, 13. Oktober 2015, 17:00

Im Test! Dungeon Travelers 2

In letzter Zeit überrascht Atlus im Westen mit so einigen Titeln, mit denen man nicht gerechnet hat. Dazu zählen neben Tears to Tiara II, Stella Glow und Lost Dimension auch Dungeon Travelers 2: The Royal Library & The Monster Seal, welches von Sting Entertaiment entwickelt wurde. Wie der Name es schon andeutet, handelt es sich hierbei um den zweiten Teil der Reihe. Wirklich Sorgen müsst ihr euch allerdings nicht machen, denn der nur in Japan erschienene erste Teil To Heart 2: Dungeon Travelers findet lediglich im gleichen Universum statt und so kann Dungeon Travelers 2: The Royal Library & The Monster Seal gänzlich ohne Vorkenntnisse gespielt werden.

Erhältlich ist das Dungeon-RPG, welches sich durch seinen hohen Fanservice-Anteil auszeichnet, für PlayStation Vita und wird auch in Europa als Retail-Version vertrieben. Wir sind zusammen mit Protagonist Fried ein paar Monster-Mädchen versiegeln gegangen und haben uns angesehen, ob der Titel noch etwas anderes zu bieten hat als nur leicht bekleidete Mädels und zweideutige Dialoge.

Von Monster-Mädchen und Libras

Dungeon Travelers 2

Zwei alte Bekannte von Fried, sind die ersten, die dem Team beitreten

Dungeon Travelers 2: The Royal Library & The Monster Seal spielt in einer Welt, in der Monster immer mehr zur Plage werden. Hier übernehmt ihr die Rolle von Fried, der für die königliche Bibliothek als sogenannter Libra arbeitet. Dies sind Leute, die den Monstern auf den Grund gehen und aktiv dafür Sorgen, dass ihre Zahl nicht Überhand nimmt. Obwohl Fried noch ein Frischling in seinem Fach ist, schickt man ihn wegen Unterbesetzung sogleich auf seine erste Mission. Für jemanden, der keinerlei Kampferfahrung hat, ist dies natürlich nicht ungefährlich, aber zum Glück trifft er schon bald auf Melvy und Alisia, die ihm ab sofort als Unterstützung zur Seite stehen werden.

Eines sei schon einmal gesagt, wer nach einer spannenden Handlung mit dem ein oder anderen Twist sucht, ist hier komplett falsch. Ihr werdet mit Fried zusammen unterschiedliche Dungeons erkunden und Monster versiegeln, wobei nach und nach weitere weibliche Charaktere eurem Team beitreten. Letztendlich läuft die Geschichte darauf hinaus, die Wiedererweckung eines dunklen Gottes zu verhindern und das war es auch schon…

Während die Handlung vor sich hin schwächelt und vorhersehbarer nicht sein könnte, wissen allerdings die Charaktere des Spieles zu gefallen. Jedes Teammitglied kommt mit einer eigenen Persönlichkeit daher und die vielen Gespräche mit den Mädchen werden unterhaltsam und amüsant herübergebracht. Fried selbst lässt sich als ein sehr angenehmer Protagonist bezeichnen, der eher eine neutrale Rolle einnimmt. Eine besondere Erwähnung wert sind auch einige der Nebencharaktere, die sich auf humorvolle Art und Weise über verschiedene Funktionen des Spieles unterhalten. Da bringt es gleich viel mehr Spaß, sich durch Tutorials zu lesen und es sorgt zudem für ein besseres Verständnis.

Eine schlüpfrige Angelegenheit

Dungeon Travelers 2

Diese Art Humor ist bei den beiden an der Tagesordnung

Als Basispunkt steht eurem Team die königliche Bibliothek zur Verfügung. Von dort aus begebt ihr euch per anklickbarer Weltkarte zu einem der Dungeons, die nach und nach im Laufe der Geschichte betretbar werden. Wie es das Genre Dungeon-RPG schon sagt, werdet ihr dort den Großteil des Spieles verbringen und damit beschäftigt sein, in der Egoperspektive durch die Labyrinth-artigen, selten kreativ aussehenden Gänge zu irren. Vor allem im späteren Verlauf wird ein Dungeon-Besuch sehr viel Zeit einnehmen, da ihr mit allerhand Dingen zu kämpfen haben werdet. Dazu zählen zum Beispiel Fallen, Wege, die nur durch einen Zauber gesehen werden können, verschlossene Türen und Teleportfelder.

Wenn ihr Glück habt, findet ihr auf eurem Wege die ein oder andere Schatztruhe mit lohnenswertem Inhalt, aber es kommt nicht selten vor, dass Teleportfelder euch zu einer früheren Stelle zurückbringen. Ein kleiner Lichtblick stellt da wohl die Funktion der Karte dar. Sie ist zwar nicht sofort komplett sichtbar, aber einmal aufgedeckt, zeichnet sie wichtige Dinge ein und verringert die Chance, dass ihr euch ein weiteres Mal verlauft.

Sollte es nicht der Dungeon selbst sein, der euch am Weiterkommen hindert, so tun dies die vielen Monster, die hier ihr Zuhause haben. Gleich am Anfang des Spieles geht es schon fordernd los und da sehen Neulinge des Genres schneller den Game-Over-Bildschirm als ihnen lieb ist. Trotzdem ist der Schwierigkeitsgrad im Gegensatz zu anderen Dungeon-RPG-Vertretern noch ganz verkraftbar und es reicht schon, ein paar Level aufzusteigen, ein wenig bessere Ausrüstung zu finden und sich bei Endgegnern mit der passenden Magie und reichlich Heilgegenständen auszustatten, um die Oberhand zu gewinnen. Einen schnellen Sieg bedeutet dies trotzdem nicht immer.

„Eure Feinde sind leicht bekleidete Monster-Mädchen“

Kämpfe werden per Zufallsbegegnung ausgelöst, allerdings verstecken sich Monster auch gerne einmal direkt hinter Türen und lassen sich dadurch etwas abschätzen. Vor jedem Endgegner wird zudem eine Warnung ausgesprochen, so dass ihr vorher noch speichern oder eure Vorräte auffrischen könnt. Bei letzterem müsst ihr allerdings noch einmal den ganzen Weg zum Feind bestreiten. Nicht immer wird euch das Spiel eine nützliche Abkürzung zur Verfügung stellen.

Dungeon Travelers 2

Typisches Dungeon-Crawler Kampfsystem

Der Kampfbildschirm ist recht simpel gestaltet und das Layout legt sich einfach über die Stelle des Dungeons, an der ihr euch gerade befindet. Im Fokus stehen eindeutig eure Feinde, die zum Großteil aus leicht bekleideten Monster-Mädchen in anzüglichen Posen bestehen, aber auch comicartig gezeichnete Früchte und Katzen stellen sich eurem Team in den Weg. Während die Gegner fast die Hälfte des Bildschirmes einnehmen, sind eure Charaktere nur über ihre Statusanzeige mittels eines kleinen Bildes sichtbar. Gespielt wird rundenbasierend. Ihr habt die Auswahl zwischen einem normalen Angriff, einer Fähigkeit, Verteidigen, Benutzung von Objekten oder könnt die Flucht ergreifen. Von den Animationen her darf man übrigens nicht viel erwarten. Hier sehen alle Angriffe, Fähigkeiten und Zauber zwar nicht gleich aus, sind aber sehr einfach gestaltet.

Der Kampfverlauf ist oftmals nicht vorhersehbar, selbst wenn ihr denkt, ihr habt alles gut durchgeplant, kommt es öfters einmal vor, dass eure Gruppe durch einen Zauber mit negativen Statusveränderungen belegt wird oder ein Angriff stärker ausfällt als erwartet. Schnell einmal einen Heilzauber wirken mit eurem Priester ist da auch nicht drin, denn jeder Spruch benötigt eine bestimmte Zeit, bis er gewirkt werden kann und wenn ihr Pech habt, kommt es gar nicht erst dazu, weil dieser von einer gezielten Attacke gestoppt wird.

Das Gute an der Sache ist, ihr könnt das Gleiche mit den Monstern machen und auf euch gerichtete Magieangriffe verhindern. Durch das Drücken der Schultertaste R werden euch Informationen über eure Feinde angezeigt. Leider besteht dies zuerst nur aus einem Fragezeichen und ihr müsst den HP-Wert abschätzen, aber unter bestimmten Voraussetzungen können die Informationen aufgedeckt werden. Eine kleinere Besonderheit sind Teamfähigkeiten, die nur zur Auswahl stehen, wenn man bestimmte Charaktere im aktiven Team dabei hat.

Nach jedem gewonnen Kampf gibt es nicht nur Erfahrungspunkte, Geld und den ein oder anderen Gegenstand, sondern es erfolgt zudem die Einschließung der Monsterseelen in Frieds Siegelbuch. Bei einem Endgegner erwartet euch zusätzlich ein gezeigtes Bild, in dem das Monster-Mädchen mit zerfetzter Kleidung, halbwegs entblößten Brüsten oder in ähnlichen Situationen gezeigt wird. Passend dazu wird sie ein Gespräch mit Fried führen, das nicht selten zweideutig herübergebracht wird.

Ist es in Ordnung Monster-Mädchen in einem Dungeon in Bücher zu versiegeln?

Dungeon Travelers 2

Bezwingt ihr einen Endgegner bekommt ihr solche Bilder als Belohnung

Um euer Team zu verstärken gibt es allerhand Wege. Beispielsweise ist es Fried möglich, die gesammelten Monsterseelen zu einzelnen Siegelbüchern werden zu lassen, die mit unterschiedlichen Statuseffekten daherkommen. Jedes eurer Mädchen verfügt über einen freien Slot speziell für diese Bücher. Für Fried gibt es ebenfalls ein paar Bücher zum Ausrüsten, die um unter anderem die Wahrscheinlichkeit von Feindbegegnungen verringern.

Daneben bestimmt die Klasse, welche Ausrüstung die Charaktere tragen können. Anfangs müsst ihr da noch gar nicht so viel aufpassen, aber wenn ihr höhere Stufen erreicht, besteht die Möglichkeit, zweimal zu einer neuen Klasse zu wechseln. Die Fähigkeiten der vorherigen Klasse bleiben zwar bestehen, aber es kann passieren, dass ihr plötzlich keine Waffe mehr habt, die das Teammitglied tragen kann. Der Waffentyp beeinflusst zudem, welche Fähigkeiten überhaupt eingesetzt werden können.

Insgesamt gibt es, durch die Vielzahl der Klassen und die vielen Figuren, genug zum Herumexperimentieren und wenn etwas doch nicht so ganz passt, lässt sich der Charakter notfalls zurückstufen und man kann einen erneuten Klassenwechsel durchführen. Welches Team am besten für euch funktioniert, müsst ihr selbst herausfinden. Es kommt immer darauf an, auf welche Fähigkeiten ihr Wert legt und welche Taktik im Kampf euch eher liegt.

Neue Fähigkeiten lernen eure Charaktere durch die Benutzung von Fähigkeitspunkten, die nach einer Aufstufung des Levels vergeben werden. Jede Fähigkeit besitzt mehrere Stufen, die sie stärker werden lässt, allerdings auch den TP-Verbrauch (Mana) erhöht oder die Zeit verlangsamt, bis ein Zauber gewirkt werden kann. Neben Angriffen, Unterstützungsfähigkeiten und Magie gibt es zudem nützliche Verstärkungen und Verbesserungen. Dazu zählen der Doppelangriff, die Möglichkeit, einen Gegner mit einem Schlag ins Jenseits zu befördern oder eure Energie nach jeder Runde im Kampf etwas auffrischen zu lassen. Bestimmte Klassen erleichtern eure Dungeon-Besuche ungemein oder sparen die Benutzung von Gegenständen. Ein Heiler kann zum Beispiel Licht wirken, was versteckte Gänge sichtbar macht, ein Schatzjäger hingegen lässt euch mit der richtigen Fähigkeit völlig unbeschadet durch Fallen laufen.

In Dungeons gefundene Ausrüstung muss erst einmal im Laden der königlichen Bibliothek identifiziert werden, bevor überhaupt festgestellt werden kann, um was es sich genau handelt. Wenn ihr Glück habt, kommt der Ausrüstungsgegenstand mit guten Effekten daher. Der Schmied, den ihr zufällig in Dungeongegenden trefft, ermöglicht es euch zudem, euren Waffen und Rüstungen zu gänzlich neuer Stärke zu verhelfen. Erst damit werden sich optionale Gegenden und Endgegner wirklich meistern lassen. Dass man anfangs lediglich 20 Gegenstände tragen kann, stellt sich oft als nervig heraus, aber es besteht zumindest die Möglichkeit, in der Basis bis zu 999 Items zu lagern.

Zwar ist das Geld häufig knapp, aber die teils recht fragwürdigen Objekte, die die Monster-Mädchen fallen lassen, sollten besser aufgehoben werden. Man wird nämlich im Laufe des Spieles dazu aufgefordert, unterschiedliche Aufträge zu erledigen. Entweder bedeutet das, eine bestimmte Anzahl an Gegnern zu erledigen oder eben Items zu sammeln und diese abzuliefern. Dafür müssen die Missionen angenommen werden und das ist zu Beginn noch sehr beschränkt. Erledigt ihr fleißig Aufträge, wird nach und nach die Stufe erhöht und zum Teil werden sehr nützliche Belohnungen freigeschaltet. Speziell markierte Missionen solltet ihr am besten sofort angehen, denn dahinter versteckt sich oftmals die Möglichkeit, neue, optionale Dungeonabschnitte zu betreten.

Ein endloses Abenteuer

Dungeon Travelers 2

Auch bei Gesprächen mit euren Kameraden kommen gerne einmal Bilder mit Fanservice zum Einsatz

Das Design der Dungeons kommt leider nicht sehr kreativ herüber. Zwar ist es nicht immer ein und dieselbe Gegend, aber innerhalb eines Dungeons besteht das Aussehen aus einem festgelegten Muster, welches sich regelmäßig wiederholt. Auf Dauer schaut es etwas langweilig aus. Die allgemeine Optik des Spieles ist eher bunt und mit kräftigeren Farben gestaltet. Beim Charakterdesign waren unterschiedliche Zeichner am Werk und auch die Monster sehen nicht alle gleich aus vom Stil. Da der Spieler so gesehen die Rolle von Fried übernimmt, werdet ihr diesen so gut wie gar nicht zu Gesicht bekommen und in Gesprächen ist lediglich das Artwork der Mädchen zu sehen. Einige Szenen führen Bilder mit sich, die gerne einmal Fanservice-lastige Inhalte haben – es ist aber nicht immer der Fall.

Musikalisch hat Dungeon Travelers 2: The Royal Library & The Monster Seal einiges zu bieten, so dass eure Dungeon-Besuche nie wirklich eintönig werden. Jede Gegend hat ihre eigene Musik und auch die Kampfmusik ändert sich häufiger. Nicht alle Tracks lassen sich als wirklich besonders bezeichnen, aber es gibt so einige, die für reichlich Motivation sorgen und die man manchmal gar nicht wieder aus dem Kopf bekommt. Eine englische Sprachausgabe gibt es nicht. Es werden lediglich die japanischen Stimmen angeboten.

„Leicht über 100 Stunden Spielzeit“

Wer nicht genug vom Dungeon-Crawler-Aspekt bekommen kann und seine Charaktere bis zum Maximum aufstufen möchte, auf den wartet nach der Hauptgeschichte noch ein riesiger Zusatzteil. Alleine das einmalige Durchspielen wird je nach Geschwindigkeit 50-70 Stunden in Anspruch nehmen. Zusammen mit den optionalen Parts kann sich die Spielzeit leicht noch auf über 100 Stunden erhöhen. Da gibt es wirklich genug zu tun.

Was vielleicht noch erwähnt werden sollte, ist die Tatsache, dass Atlus in Absprache mit dem japanischen Herausgeber Aquaplus ein paar Änderungen an vier Bildern vorgenommen hat. Leider nicht durchgehend gekonnt. Bei mindestens einer Szene macht es sich deutlich bemerkbar, dass etwas mit dem Bild nicht stimmt, zumal der Text nicht entsprechend angepasst wurde.

Fazit

Dungeon Travelers 2: The Royal Library & The Monster Seal ist in erster Linie etwas für Dungeon-RPG-Fans, die sich nicht von dem sehr hohen Fanservice-Anteil stören lassen. Die leicht bekleideten, teils sehr jung aussehenden (Monster)-Mädchen in anzüglichen Posen ziehen sich nämlich durch das gesamte Spiel und sind nicht nur nettes Beiwerk. Hinter dem Fanservice und der schwachen Handlung versteckt, verbirgt sich allerdings ein erstklassiger Dungeon-Crawler, der sowohl komplex als auch fordernd daherkommt und den Spieler für lange Zeit an den Handheld zu fesseln weiß. Lohnenswert ist das Spiel also vor allem wegen der Spielmechaniken und den ganzen Möglichkeiten und Freiheiten, die es mit sich bringt. Dazu gesellen sich so einige humorvolle Gespräche und nicht ganz uninteressante Charaktere. Das Spiel bietet nur englische Bildschirmtexte an und hat lediglich die japanische Sprachausgabe enthalten.

Story: Verzichtet komplett auf Spannung und Twists und schwächelt eher vor sich hin.

Gameplay: Typischer Dungeon-Crawler, mit komplexen Dungeons und fordernden, rundenbasierenden Kämpfen. Viele Möglichkeiten sein Team zu gestalten, dank Klassen, Fähigkeiten und verstärkbarer Ausrüstung.

Sound: Lediglich japanische Sprachausgabe enthalten. Die Musik bietet viel Abwechslung und motiviert ungemein beim Spielen.

Sonstiges: Riesiger Zusatzteil nach Beendigung der Hauptgeschichte, einige optionale Dungeons und Endgegner, nur englische Texte, vier Bilder wurden ein wenig abgeändert für die West-Version.

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