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Sonntag, 8. Juli 2012, 15:45

Culture Slot: Das traditionsreiche Studio Ghibli

Es war ein typisches Bild: Nach dem Kindergarten oder der Grundschule wurde die Haustür zugeworfen, der Rucksack in die Ecke geschmissen und der Fernseher angeschaltet. Das Programm? Animes natürlich! So durfte es damals einigen von uns ergangen sein, als es noch Animeserien aller Art im TV gab. Man konnte in bunte Welten eintauchen, spannende Kämpfe erleben und Geschichten hören, die an moderne Märchen erinnern.

Auch wenn es schon damals fiese Bösewichte und hässliche Monster gab, so war das Nachmittags-Programm insgesamt deutlich schöner und wir bekamen schon früh Werte wie Freundschaft und Vertrauen vermittelt. Animes sind zweifelsohne einer der Exportschlager aus Japan und gerade Animeserien wie Sailor Moon, Dragon Ball und Digimon dürften dazu beigetragen haben.

Nausicaä aus dem Tal der Winde

Mit unserer Culture Slot-Rubrik möchten wir euch Woche für Woche die japanische Kultur etwas näher bringen und so widmet sich die neuste Ausgabe dem Thema Anime. Damit das jedoch keine Enzyklopädie hier wird, möchten wir unser Augenmerk nicht auf die vielen umfangreichen Animeserien legen, sondern auf Animefilme. Auch hier möchten wir uns allerdings etwas eingrenzen und daher gehört dieser Culture Slot dem wohl berühmtesten Animefilm-Studio überhaupt, dem Studio Ghibli.

Von den Ursprüngen des Studios, über die kreativen Köpfe hinter Filmen wie Das Schloss im Himmel, bis hin zu den Vorstellungen einiger Filme, alles das erwartet euch in den nächsten Absätzen, also fangen wir am besten gleich an. Aller Anfang ist schwer und wer Erfolg haben möchte, muss hart dafür arbeiten und so erging es damals auch Hayao Miyazaki. Der spätere Mitbegründer des Studios und Oscar-Preisträger begann nach der Schule zunächst damit, Politikwissenschaften und Ökonomie zu studieren.

Die letzten Glührwürmchen

Vier Jahre lang sollten Vorlesungssäle und Prüfungen sein neues Leben kontrollieren, 1963 wechselte er dann jedoch seine Laufbahn und begann erste Schritte im Film- und Fernsehgeschäft zu machen. Seine erste Stelle fand Miyazaki bei T?ei Animations (unter anderem verantwortlich für DoReMi), einem der größten Animationsstudios Japan. Dort lernte er Isao Takahata kennen, mit welchem er gemeinsam fortan an der Fernsehserie Heidi arbeitete. Mit ihm sollte Miyazaki wenige Jahre später das Studio Ghibli gründen.

Bereits Ende der 70er konnte Miyazaki mit Das Schloss des Cagliostro seinen ersten Film realisieren, doch der große Durchbruch gelang ihm erst 1984 mit seinem zweiten Film Nausicaä aus dem Tal der Winde. Nausicaä aus dem Tal der Winde erzählt die Geschichte der Prinzessin Nausicaä, welche ein Gegenmittel für den Pilz gefunden hat, der bereits Großteile der Welt unbewohnbar gemacht hat und sie in das „Meer der Fäule“ verwandelt hat. Nausicaä, ihr Vater und dessen Volk konnten dieser Katastrophe auch nur entgehen, da ihr Königreich durch Winde von den Pilzsporen unberührt blieb. Als jedoch das Tal der Winde von einem feindlichen Königreich attackiert wird und ihr Vater dabei stirbt, kann Nausicaä nicht weiter an ihren Forschungen arbeiten und so ist sie gezwungen diese erstmal liegen zu lassen. Ihr Volk braucht sie nun im kommenden Krieg.

Prinzessin Mononoke

Der Film basiert auf dem siebenteiligen Manga, der zwei Jahre zuvor veröffentlicht wurde und ebenfalls von Hayao Miyazaki stammt. Nausicaä aus dem Tal der Winde ist ein sehr ernster Film, der die Fehler des Menschen im Umgang mit der Natur zeigt. Ein Thema, welches in dieser Form später in Prinzessin Mononoke erneut aufgefasst wurde. Sowohl der Manga als auch der Film erfreuten sich enormer Beliebtheit und machten Miyazaki auch international bekannt. Nausicaä legte den Grundstein für Studio Ghibli, was Miyazaki nun endlich gemeinsam mit Takahata umsetzen konnte.

1985 eröffnete das Studio in Kichijoji seine Pforten und sollte nicht nur den Namen von Miyazaki und Takahata weltweit berühmt machen, sondern auch ein Karrieresrpungbrett für unbekannte Animekünstler werden. Ghibli leitet sich übrigens vom italienischen Wort Gibli ab, welches seit dem Zweiten Weltkrieg eine Bezeichnung für italienische Flugzeuge ist. Flugzeuge und die Luftfahrt sind eine der großen Lieben von Hayao Miyazaki und so sind diese beiden Themen in allen Ghibil-Filmen wiederkehrendes Elemente.

Man hatte also einen Sitz und einen Namen für das neue Animationsstudio, was noch fehlte war ein Logo, doch auch das folgte sehr schnell und zwar in Form des Totoros. Der Totoro ist bis heute das Wahrzeichen des Studios, kann eine weite Bandbreite an Merchandise vorweisen und auch das Titellied des Filmes ist in Japan ein Klassiker geworden.

Mein Nachbar Totoro erschien 1988 und handelt von einer vierköpfigen Familie, die durch die Krankheit der Mutter aber derzeit nur zu dritt lebt. Um der geliebten Mutter und Ehefrau näher zu sein, ziehen die Töchter Satsuki und Mei gemeinsam mit ihrem Vater auf das Land. Dort angekommen fallen Satsuki und Mei schnell die kleinen Wesen im neuen Haus, die Rußmännchen, auf. Doch die kleinen schwarzen Wölkchen sind nicht das einzige ungewöhnliche an der neuen Umgebung. Als ihr Vater an der Universität als Professor lehrt und ihre Schwester Satsuki in der Schule sitzt, beschließt Mei die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Dabei trifft sie auf den Totoro, einen Waldgeist, und seine Brüder. Zunächst will ihr das Treffen keiner glauben, doch später entwickelt sich zwischen den Kindern und den Wesen eine Freundschaft. Und wie es sich für Freunde gehört, springen diese in Notsituationen füreinander ein und diese tritt früher als erwartet ein.

Oscar-gekrönt: Chihiros Reis ins Zauberland

Im selben Jahr erschien auch Die letzten Glühwürmchen, welcher auf dem Buch „Das Grab der Leuchtkäfer“ von Akiyuki Nosaka basiert und sich durch sein sehr ernstes Thema und seiner teilweise erschreckenden Darstellung deutlich von anderen Ghibli-Filmen abhebt. Bis heute wird die FSK 6-Freigabe stark kritisiert, das Lexikon des Internationalen Films bezeichnet ihn als „Zeichentrickfilm von großer Ernsthaftigkeit, der alles Kindliche des Genres hinter sich lässt“.

Zweiter Weltkrieg in Japan, Seita, seine vierjährige Schwester Setsuko und ihre Mutter leben in der Stadt K?be. Der Vater kann durch seinen Beruf nicht oft bei der Familie sein und so ist er auch während des Bombenangriffes nicht bei seiner Familie. Die Kinder werden von ihrer Mutter getrennt und müssen von nun an selbst für sich sorgen. Seita kümmert sich während dieser Zeit liebevoll und fürsorglich um sie, doch auch er ist noch ein Junge und so ziehen sie zu ihrer Tante. Während dessen liegt die Mutter schwer verwundet im Krankenhaus und erliegt ihren Wunden später. Doch es bleibt keine Zeit zum Trauern, denn ihre Tante behandelt die beiden immer abfälliger und die zwei beschließen zu flüchten. In einem Bunker finden sie Zuflucht und leben das Leben so, wie es die Situation eben zulässt und machen das beste aus ihr. Doch die kleine Setsuko wird plötzlich krank und der Kampf um‘s Überleben wird noch härter.

Der Film verrät bereits direkt zum Anfang, wie er endet und so ist man dabei, wie Seita nochmal sein ganzes Leben an sich vorbei ziehen sieht. Zwischen 1988 und 1995 erschienen sechs weitere Ghibli-Filme, doch der bis dato größte Erfolg für das Studio sollte 1997 folgen: Prinzessin Mononoke. Der Film spielte in Japan knapp 19 Milliarden Yen ein und galt dort lange Zeit sogar als erfolgreichster Film überhaupt.

Im Mittelpunkt dieses Anime-Märchen steht der junge Prinz Ashitaka, dessen Dorf von einer verfluchten Bestie angegriffen wird. Mit seinem edlem Reittier reitet er der Bedrohung entgegen und es gelingt ihm sogar seine Heimat zu verteidigen, doch der Preis dafür ist hoch. Durch den Kontakt mit dem verfluchten Keiler zieht er den Fluch selbst auch sich, sein Urteil scheint besiegelt. Doch Ashitaka möchte sein Schicksal nicht einfach so hinnehmen und beschließt das Dorf zu verlassen, um so vielleicht doch einen Ausweg aus seiner Situation zu finden.

Auf seiner Reise trifft er auf die Herrin Eboshi, die für ihre Machenschaften große Mengen von Waffen herstellt und dabei die Natur zerstört. Ihre Taten ziehen die Aufmerksamkeit der Götter des Waldes auf sich und es entbrennt ein Krieg zwischen den Menschen, den Tieren des Waldes und den Göttern. In diesen mischt sich das Mädchen San ein, welches bei der Wolfsgöttin aufwuchs und nach dem Leben von Eboshi strebt. Doch diese will längst nicht mehr nur Macht, sondern auch Unsterblichkeit und so möchte sie auch den Gott der Götter, den Waldgott töten.

Arrietty

Prinzessin Monoke wurde mit Preisen überhäuft und war auch für Japan im Rennen um den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film, konnte ihn aber nicht gewinnen. Das nächste große Filmprojekt von Ghibli, wenn nicht sogar das größte, folgte mit Chihiros Reise ins Zauberland im Jahr 2001.

Im Film verirren sich Chihiro und ihre Familie mit dem Auto und finden sich plötzlich an dem Eingangstor eines Vergnügungspark wieder. Bis hier hin klingt es ja ganz nett, schließlich gibt es schlimmere Orte als einen Vergnügungspark. Während Chihiro den den Park allein erkundet, sitzen die Eltern gemütlich in einem Restaurant. Auf ihrer Erkundungstour trifft sie den geheimnisvollen Haku, der sie warnt, noch länger im Park zu bleiben. Alarmiert macht sie sich eilig auf den Weg zum Restaurant, wo sie leider feststellen muss, dass sich ihre Eltern verwandelt haben. In zwei Schweine. Haku schickt die schockierte Chihiro zu Hexe Yubaba und deren Götterbadehaus. Sie verspricht ihr, dass sie ihre Eltern zurückverwandelt, doch dafür muss sie hart im Badehaus mitanpacken.

Der Film übertraf die Einnahmen von Prinzessin Mononoke nochmal und konnte neben japanischen Preisen auch den Goldenen Bär und 2003 sogar den Oscar in der Kategorie Bester Animationsfilm abräumen. Machen wir einen Sprung in die Gegenwart und kommen zu Arrietty – Die wundersame Welt der Borger, dem bisher aktuellsten Ghibli-Film in unseren Gefilden.

Die Geschichte basiert auf den Roman Die Borger von Mary Norton und handelt von der kleinen Arrietty, die trotz ihres Alters (sie ist nämlich schon vierzehn) nur wenige Zentimeter groß ist, doch das liegt nicht daran, dass sie etwa krank ist, nein, sie ist eine Borgerin. Die Borger sind ein Volk welches seit Gedenken unbemerkt bei den Menschen wohnt. Sie bauen sich kleine Häuschen unter der Terasse und wenn sie etwas für ihre Wohnung oder eine bestimmte Zutat brauchen, borgen sie es sich von den Menschen aus, meist sind die Mengen aber eh so gering, dass es niemandem auffällt. Als der kranke Junge Sh? in das Haus einzieht, steigt Arriettys Interesse an Menschen und sie beschließt auf eine der abendlichen Touren durch das Haus zugehen. Sie merkt jedoch recht schnell, dass es nicht so leicht ist, wie sie sich es vorgestellt hat.

Schon bei dem ersten Ausflug verstößt sie gegen die wichtigste Regel der Borger, die da lautet, dass sie von keinem Menschen erwischt werden darf. Sh? findet die Borger genauso interessant und die beiden treffen sich immer wieder, anfangs allerdings nur indirekt. Doch Arritetty muss feststellen, dass nicht alle Menschen so nett auf die Borger reagieren und das man manchmal schmerzvolle Entscheidungen im Leben treffen muss. Wie fast alle Ghibli-Filme gewann auch Arrietty – Die wundersame Welt der Borger den Japanese Academy Award und das kritische englische Filmportal Rotten Tomatoes wählte ihn in die Liste der besten Filme 2010.

Die traditionellen, handgezeichneten Animationen und die liebevollen Charaktere werden uns auch noch in Zukunft das ein oder andere spannende Abenteuer erleben lassen, denn durch die Popularität erscheinen alle Filme auch bei uns, auch wenn viele von uns meißtens auf die DVD-Veröffentlichung warten müssen. Demnächst dürfte uns also Kokurikozaka kara in ausgewählten Kinos erwarten aber bisher gibt es dazu noch keine genauen Angaben.

Doch nicht nur aus filmischer Sicht dürfte Ghibli für viele von uns interessant sein, auch als Gamer konnte man bereits mehrmals mit dem Studio in Berührung kommen. Dass Studio wirkte beispielsweise am Playstation 1-Rollenspiel Jade Cocoon (2001) und dessen Nachfolger Jade Cocoon 2 für die Playstation 2 (2002) mit. Beides sind klassische Rollenspiele, die vom Gameplay stark an Pokémon erinnern. Der Spieler kann auf seiner Reise Monster in Kokons einsperren und die sie später im Kampf beschwören. Ein weiteres wichtiges Feature war das fusionieren von Monster um so noch stärkere zu erhalten.

Im Januar  wird bei uns außerdem Ni no Kuni erscheinen, welches in Zusammenarbeit von Level-5 und Studio Ghibli entstand, alle News dazu findet ihr in unserem Archiv. Ihr seht es gibt viel über Ghibli und seine Filme zu erzählen, zu viel um ehrlich zu sein und deshalb haben leider nicht alle Filme in diesen Culture Slot gepasst. Daher wollen wir von euch wissen, welcher Ghibli-Film ist euer Liebling und was gefällt euch an ihm so gut? Schreibt es in den Kommentarbereich.

 

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Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Brandybuck« (21. Juli 2012, 13:42)


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Fran Balthier Lila Tanga Mandragora-Puppe Girly Times

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Sonntag, 8. Juli 2012, 16:18

Hach, Studio Ghibli ?
Ich habe fast alle Filme gesehen die in Deutschland erschienen sind, nur Das Schloss des Cagliostro und Arrietty muss ich noch sehen! Meine Schwester kauft sich immer die DVDs, so kann ich wann immer ich will die Filme gucken *__*
Mein Lieblingsfilm ist Prinzessin Mononoke. Als ich den damals an Weihnachten im Fernsehen gesehen hab, war ich einfach nur sprachlos. Die ganze Thematik mit den Menschen und dem Missbrauch der Natur fand und finde ich bis heute einfach so faszinierend und traurig ;__;

Was ich nicht wusste ist, dass Studio Ghibli an der Produktion von Jade Cocoon beteiligt war! Vielleicht sollte ich mir das mal von meinem Cousin ausleihen *___* Und auf Ni no Kuni freu ich mich eh schon riesig!

Ich hoffe es wird in Zukunft noch viele weitere Filme von Studio Ghibli geben, ich möchte einfach nicht auf etwas so wunderbares und magisches verzichten :3

Zanza

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Sonntag, 8. Juli 2012, 19:14

Vor kurzem habe ich Nausicaä aus dem Tal der Winde zum ersten mal im fersehen gesehen und war begeistert,ich wußte bis jetzt nicht das Studio Ghibli dahinter steckte.Es ist schlicht die art wie der film gemacht gezeichnet ist die mich so fasziniert,die schöne geschicht die er erzählt kommt noch oben drauf.Bis heute habe ich nur den zuvor genannten film und Prinzessin Mononoke
gesehen,ich werde mich demnächst intensiver mit den werken von Studio Gihbli beschäftigen.Dank dieses Culture Slots ;)

.Kite

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4

Sonntag, 8. Juli 2012, 19:28

Sehr schöner Beitrag^^

Ich bin ein riesen Fan des Ghibli Studios und habe mir nahezu alle Filme schon angesehen. Am besten gefallen mir die Filme "Das letzte Glühwürmchen" und "Das wandelnde Schloss".
Ich finde es besonders schön das die Figuren und Hintergründe alle noch von Hand gezeichnet werden das bringt meiner Meinung nach besonders viel charme in die Filme. Viele Ghiblifilme haben aber meistens das kleine problem das sie streckenweise ziemlich eintönig und etwas langweilig sind. Nahezu jeder Ghibli Film hat Passagen in denen eigentlich gar nix passiert. Ich vermute mal stark das es so gewollt ist... um ein wenig ruhe und atmosphäre in die Filme zu bringen, dadurch geht leider viel potential verloren.

5

Sonntag, 8. Juli 2012, 20:28

Ich bin eigentlich kein Ghibli-Fan, aber Chihiros Reise ins Zauberland, Prinzessin Mononoke, Nausicäa und Arrietty kann ich mir immer wieder ansehen.
A thing of beauty is a joy forever – John Keats

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6

Sonntag, 8. Juli 2012, 22:23

Sehr schöner Beitrag^^

Ich bin ein riesen Fan des Ghibli Studios und habe mir nahezu alle Filme schon angesehen. Am besten gefallen mir die Filme "Das letzte Glühwürmchen" und "Das wandelnde Schloss".
Ich finde es besonders schön das die Figuren und Hintergründe alle noch von Hand gezeichnet werden das bringt meiner Meinung nach besonders viel charme in die Filme. Viele Ghiblifilme haben aber meistens das kleine problem das sie streckenweise ziemlich eintönig und etwas langweilig sind. Nahezu jeder Ghibli Film hat Passagen in denen eigentlich gar nix passiert. Ich vermute mal stark das es so gewollt ist... um ein wenig ruhe und atmosphäre in die Filme zu bringen, dadurch geht leider viel potential verloren.
Ist das dein ernst?

Hayao Miyazaki ist neben Makoto Shinkai und Mamoru Hosoda einer der wenigen Anime-Regisseure, der wirklich ein Gefühl dafür hat, den Filmverlauf so angenehm wie möglich für den Zuschauer zu gestalten. Schau dir mal das mittelmäßige Projekt seines Sohnes (Tales of Earthsea) an, dass trotz relativ ruhiger Romanvolage nie zum durchatmen kommt und immer hinter der Handlung her rennt. Hingegen schaffen es Filme wie Totoro, Kiki, Chihiro oder Ponjo an vielen Stellen sogar ganz "ohne" Story auszukommen. Sie erscheinen Endlosgeschichten zu werden und genau das ist die Kunst Ghiblis!

Als ich kürzlich Arrietty gesehen habe war ich ein wenig enttäuscht, weil der Film es nicht so gut schafft, diese Ruhepassagen gut zu verteilen, wie noch andere Filme. Und dabei meine ich noch nicht mal unbedingt die Filme Miyazakis, sondern z.B. "The Whispered Heart"; welches von einem leider verstorbenen Nachwuchsregisseur des Studios genial inszeniert wurde.

Was du also sagt, kite, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen!
Miyazaki macht Filme wie kaum ein anderer. Er baut eine dichte Atmosphäre auf und schafft es dann sich nicht gleich von starren, geradlinigen Handlungen wegreißen zu lassen, sondern bringt durch sehr detalierte und ungekünstelte Animationen die Figuren und die Welt dem Zuschauer nahe. Dabei ist die Ruhe ein Stilmittel. Ein Gegenpol zu den schnellen Animationsfilmen, wie sie für's Fernsehen produziert werden; oder wie Pixar sie jedes Jahr auf neue rausdrückt.



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Zum Thema: Schön geschriebener Beitrag! Nur ein wenig Schade, dass kein Wort über den dritten Eckpfeiler des Studios "Joe Hisaishi" - den genialen Komponisten - verloren wird ;)

7

Sonntag, 8. Juli 2012, 22:34

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel geheult wie bei "Die letzten Glühwürmchen" - selbst als ich ihn zum zweiten Mal gesehen habe. ;( Ohne Witz, ich glaube ich habe nur deswegen irgendwann aufgehört zu weinen weil ich keine Tränen mehr hatte.

Ich liebe auch Totoro, Prinzessin Mononoke (lief bei uns im Kino <3), Kikis kleiner Lieferservice... bis jetzt habe ich nicht einen Film gesehen der mir nicht gefallen hat. ^^ Die neueren kenne ich leider noch nicht. Damals habe ich mir die DVDs noch importiert. Es freut mich sehr, dass Studio Ghibli in Deutschland mittlerweile ebenfalls bekannt und erfolgreich ist und freue mich wahnsinnig auf Ni no Kuni. :)

.Kite

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Lila Tanga Schweißgurke Chocobo (golden) Chocobo (golden) Girly Times

8

Sonntag, 8. Juli 2012, 22:47

Wie ich bereits geschrieben habe ist mir sehr wohl bewusst das diese Ruhephasen gezielt als Stilmittel eingesetzt werden. Sie sind auch durchaus schön anzusehen da man sich dort sehr häufig extrem schön gezeichnete Landschaften zu sehen bekommt. Allerdings werden sie zu häufig eingesetzt... und meiner Meinung nach viel zu lange. Die Bootsfahrt bei Ponyo fand ich zum Beispiel viel zu extrem... und das konnte man sich ehrlich gesagt auch nicht mehr mit Atmosphäre erklären.
Mononoke Hime ist der beste Beweis das man es auch ohne diese extremen Ruhephasen schaffen kann eine packende und dennoch ruhige atmosphäre aufzubauen.
Mich persönlich stört es einfach wenn man so extrem und so lange aus der Handlung gerissen wird. Dennoch sind alle Ghiblifilme mehr als sehenswert und letztenendes bleibt es einfach Geschmackssache ob man diese Pausen mag oder eben nicht.^^

Para

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Montag, 9. Juli 2012, 10:22

Studio Ghibli sind absolute Weltklasse im Animationsfilm, nicht nur im japanischen Anime. Ich finde es sehr schade, dass Hayao mit seinem mittlerweile hohen Alter schon viele Projekte an andere abgeben musste, aber ich sehe in seinem Sohn Goro Miyazaki einen würdigen Nachfolger. Goro's erster Film, Erdsee, fand ich eigentlich recht gut. Dennoch bleiben Prinzessin Mononoke und Porco Rosso meine absoluten Favoriten. Leider hänge ich derzeit etwas bei den neusten Filmen nach. :/

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Montag, 9. Juli 2012, 16:11

Argh, tut mir leid für die fehlenden Wörter (das ist bei mir echt ein Problem) und die kleinen Fehler, der Text ist fünf Seiten lang gewesen und ich habe doch das ein oder andere übersehen. Leider fehlen mir die nötigen Rechte um den Beitrag nochmal zu editieren. Ich hoffe es stört den Lesefluss nicht zu sehr.

Ich bin natürlich auch ein riesiger Ghibli-Fan und das obwohl ich heute nicht mehr viel für Animes übrig habe, doch die Filme sind einfach wunderschön. Angefangen habe ich mit Prinzessin Mononoke, der bis heute zu meinen absoluten Lieblingen gehört. In letzter Zeit haben mein Bruder und ich uns die restlichen Filme zugelegt (ein paar fehlen jedoch immer noch) und ich kann eigentlich keinen der Filme wirklich bemängeln, einzig mit dem wandelnden Schloss konnte ich nichts anfangen. Ich kann .kite schon gut nachvollziehen, ich habe in den letzten Wochen und Monaten teilweise 2-3 Ghiblis pro Woche gesehen und irgendwann werden die Ruhepausen in den Filmen dann störend. Ich denke ich war einfach übersättigt :D. Habe dann auch irgendwann eine Pause eingelegt, daher habe ich Nausicaä, Kiki, das Königreich der Katzen und Only Yesterday noch nicht gesehen.
Zu meinen Favoriten zählen Prinzessin Mononoke natürlich, das Schloss im Himmel und die letzten Glühwürmchen.
Jade Cocoon kann ich übrigens auch nur empfehlen, ich war als Kind süchtig danach :D.

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