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Sonntag, 24. Juni 2012, 14:17

Culture Slot: Naoshima, die Insel der Kunst

Nachdem wir euch bereits einen eigenen Sightseeing-Culture Slot zur japanischen Hauptstadt präsentiert haben, haben wir heute eine weitere Sehenswürdigkeit Japans für euch und diesmal ist es eine ganze Insel. Wem Tokyo zu grell, zu hektisch oder einfach zu städtisch ist und stattdessen lieber das Meer mag und auch ein wenig kunstbegeistert ist, für den könnte Naoshima genau das richtige sein. Packt also etwas zu essen und zu trinken ein und vergesst auch nicht etwas zum Überziehen, denn auf dem Wasser kann es schnell etwas kühl werden, gleich erreichen wir Naoshima.

Naoshima ist eine der vielen Inseln im Sento-Inlandsee, dem Gewässer zwischen den drei Hauptinseln Honsh?, Shikoku und Ky?sh?. Der Inlandsee ist 450 Kilometer lang und wurde 1934 zum ersten japanischen Nationalpark erklärt. Bereits im 19. Jahrhundert war der berühmte deutsche Geograph Ferdinand von Richthofen (er prägte den Begriff der Seidenstraße) von der Schönheit der Gegend so begeistert, dass er sie als eine der schönsten der Welt bezeichnete.

Vorbereitung ist bei einem Ausflug nach Naoshima alles, denn man gelangt nur mit dem Boot oder dem Zug zur Insel der Kunst. Naoshima hat insgesamt drei Häfen, wovon alle 15-20 Minuten ein Boot ablegt, die Fahrt dauert je nach Zielhafen 20-60 Minuten. Die Züge brauchen vom Festland bis zur Insel 40-65 Minuten. Gerade die gute Infrastruktur zwischen Insel und Festland haben die Insel nicht nur für japanische Familien sehr interessant gemacht und so ist Naoshima ein beliebtes Reiseziel für Touristen geworden.

Gerade für Kunstliebhaber dürfte die Insel (die gerade mal eine Fläche von 15 km² besitzt)  wegen ihrer vielen Werke und Museen das reinste Paradies sein aber auch für Filmfans gibt es auf Naoshima etwas zu sehen, aber dazu später mehr. Überall auf der Insel können die Touristen erstaunliche Skulpturen und beeindruckende Architekturen bestaunen und um dies möglichst effizient zu tun, gibt es Fahrradverleihe und spezielle Touristenbusse.

Das Benesse Haus

Das wohl berühmteste Gebäude der Insel ist das Benesse House, welches ein Komplex aus vier einzelnen Teilen ist. Der Komplex besteht aus einem Museum, einem Park, eigenem Strandabschnitt und dem sogenannten Oval. Das Haus entstand unter der Anleitung des Benesse Unternehmens und wurde vom bekannten japanischen Architekten  Tadao Ando kreiert. Der Grundstein des heutigen Komplexes wurde 1992 mit dem Museum gelegt, welches neben vielen Werken von japanischen Künstlern auch ein Bild von Andy Warhol enthält. Das Motto bei der Gestaltung war „Coexistenz von Natur, Kunst und Architektur“ und so erweiterte man das Gebäude im Laufe der Jahre. 1995 eröffnete das Oval und seit 2006 sind die Abschnitte Park und Strand für Gäste verfügbar. Alle vier Abschnitte enthalten Hotelzimmer, was das Benesse House nicht nur zu einer Sehenswürdigkeit macht, sondern auch zu einer Unterkunft.

Falls man auf der Insel sein sollte, sollte man sich auch unbedingt die beiden Riesenkürbisse anschauen, sie sind praktisch das Wahrzeichen von Naoshima und absolute Touristenmagneten. Die beiden farbenfrohen Riesen hören auf die einfachen Namen „Yellow Pumpkin“ und „Red Pumpkin“ und wurden von der japanischen Künstelin Yayoi Kusama entworfen. Wer beide der Werke sehen möchte, wird eine Reise quer über die Insel unternehmen müssen, denn während sich das eine falsche Gemüse am westlichen Ende der Insel befindet, ist das andere am östlichen Ende anzutreffen. Wer auf Naoshima im Benesse House wohnt, kann den gelben Kürbis praktisch als Nachbar bezeichnen, denn er liegt an einem Steg ganz in der Nähe des Komplexes. Der große rote Bruder liegt an einem Fischerhafen im Sand, das tolle an ihm: Durch Löcher kann man in den Kürbis hineinsteigen. Dadurch eignet er sich prima zum Versteckspielen mit den Kindern oder den jüngeren Geschwistern.

Besonderes Badehaus

Wer nach einem langen Tag wieder in sein Hotelzimmer zurückkehrt aber immer noch nicht genug hat, der kann den Tag im I ? yu ausklingen lassen. Hierbei handelt es sich, auch wenn man es als Tourist nicht gleich von außen vermuten mag, um ein Badehaus. Der Name ist übrigens ein Wortspiel, denn yu steht im Japanischen für heißes Wasser. Die auffallende Fassade mit einer badenden Frauensilhouete und das rote ? (yu) geben jedoch nach kurzer Zeit Aufklärung. Von innen sieht das I ? yu schon eher nach einem Badehaus aus, auch wenn es sich natürlich deutlich von seinen klassischen Vertretern abhebt. Jeder Wasserhahn im Gebäude ist ein eigenes kleines Kunstwerk, ein Unikat und ebenso bunt wie der Rest des Gebäudes.

Die Böden der Becken bestehen aus romantischen, teils erotischen Collagen und durch die Bewegung des Wassers macht es den Eindruck, als würden sie immer wieder verschwinden. Das Badehaus ist aber nicht nur bei Touristen sehr beliebt, sondern auch bei den Bewohnern von Naoshima. Diese zahlen nämlich nicht den gewöhnlichen Eintritt von 500¥, sondern nur 300¥. Mit dem I ? yu wollte man eine Verbindung zwischen der Kunst und dem Alltag schaffen. Entworfen wurde das Gebäude vom Künstler Shinro Ohtake, eröffnet wurde es 2006.

Chuchi Art Museum

Ein weiteres ganz besonderes Museum ist das Chichu Art Museum, welches genau wie das Benesse House von Benesse in Auftrag gegeben und von Ando umgesetzt wurde. Das Motto bei diesem Projekt war „Die Beziehung zwischen Menschheit und Natur überdenken“. Aus diesem Grund wurde das Museum nicht auf dem Boden erbaut, sondern in ihm. Der komplette Name des Gebäudes bedeutet soviel wie „Kunstmuseum in der Erde“. Neben den minimalistischen Skulpturen und Lichtinstallationen von Walter de Maria und James Turrell zählen auch einige Bilder der Wasserlilien-Serie von Claude Monet zu den festen Exponaten des Museums. Die Werke von Monet spielten auch bei der Außengestaltung des Museums eine Rolle. So wurde ein Garten angelegt, indem sich heute viele Pflanzen aus den Werken und Monets eigenem Garten in Giverny befinden.

Zum Abschluss unserer Reise lösen wir das Versprechen an die Filmfans ein und machen uns auf den Weg zum kleinsten James Bond Museum der Welt. Das Museum mit dem Name The Man with the Red Tattoo ist allerdings wirklich nur etwas für hartgesottene Fans der Filme und besonders der Bücher. Fangen wir von vorne an: 2002 erschien das Buch The Man with the Red Tattoo, eine James Bond-Geschichte und das obwohl der Vater des Kultagenten Ian Flemming zu diesem Zeitpunkt schon bereits über 40 Jahre tot war. James Benson, der verantwortliche Autor, schrieb darin über ein Bond-Abenteuer, welches auf der Insel Naoshima spielt. Ein wichtiger Handlungsort in The Man with the Red Tattoo ist das Benesse House, denn dort haben sich gerade die Vertreter der G8-Länder versammelt. Währenddessen droht eine Katastrophe durch einen Killervirus, der direkt Kurs auf die Insel der Kunst nimmt.

Große Fanliebe

Einige Bond-Fans setzen sich seit Jahren für die Verfilmung des Buchs ein, doch bisher waren alle Bemühungen vergeblich. Aus Stolz und vielleicht auch ein wenig aus Trotz eröffnete man daher einfach das The Man with the Red Tattoo-Museum, das kleinste und eindeutig verrückteste Bond-Museum. Es beinhaltet Nachbildungen von Objekten und Szenen aus dem Buch aber auch signierte Poster von echten Bond-Filmen. Besonders stolz ist man auf den Bond-Teil Man lebt nur zweimal, da dies der einzige Teil der Reihe ist, in dem Japan als Handlungsort erscheint. Das Heiligtum des Museum ist die eigene, wenn auch kleine Verfilmung des Naoshima-Bonds. Man darf den Film nicht zu ernst nehmen, er ist natürlich in japanisch und die Schauspieler sind absolute Laien und so bezeichnen ihn selbst Hardcore-Fans als katastrophal.

Als Fan der Filme und der Bücher sollte man dem Museum aber unbedingt einen Besuch abstatten, auch, weil der Eintritt umsonst ist.

 

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Brandybuck« (21. Juli 2012, 13:42)


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Montag, 25. Juni 2012, 08:22

Der Artikel ist sehr Interessant geschrieben. Besonders interessant fand ich den Teil als es um das ILove yu und das Benesse Haus ging. Schon allein das ist meiner Meinung nach einen Besuch wert.

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