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Sonntag, 3. Juni 2012, 15:00

Culture Slot: B?s?zoku - Auf den Pfaden der Rebellion

Man spürt den Wind auf der Haut und auch ansonsten ist Motorradfahren ganz anders als mit dem Auto unterwegs zu sein. Für einige bedeutet es sogar Freiheit, einfach mal dem Alltag zu entfliehen und so verwundert es kaum, dass man gerade jetzt im Sommer immer öfter Motorräder auf den Straßen sieht, mal alleine, mal in Gruppen.

Ein Bosozuku Mädchen

Genau um solche Gruppen oder Gangs soll es heute auch im Culture Slot gehen, diesmal wollen wir euch die B?s?zokus, kriminelle japanische Motorradgangs etwas näher vorstellen. Die Hells Angels sind uns durch die Nachrichten im TV und der Zeitung bereits bekannt. Drogengeschäfte, Körperverletzung und sogar Morde lassen schon fast vergessen, dass es sich hierbei eigentlich um einen Motorradclub handelt.

Ähnlich sieht es auch bei den B?s?zoku aus und doch sind sie ganz anders als die Hells Angels und Co., eben doch sehr japanisch. Das Wort B?s?zoku setzt sich aus den Wörtern b?s?, was man mit Raserei übersetzen könnte und zoku, was Volk bedeutet, zusammen. Umgangssprachlich könnte man sie einfach als Motorradrowdy bezeichnen, was sie wahrscheinlich am besten beschreibt.

Die Anfänge der B?s?zoku gehen in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück, genauer gesagt am 4. September 1959. Damals nahm die Polizei an einem Schrein 55 Jugendliche fest. Sie hatten mit ihren Maschinen für Unruhen gesorgt und so das Aufsehen der Polizei erregt. Die Jugendlichen bildeten gemeinsam eine Gang und waren damit wahrscheinlich eine der ersten ihrer Art.

B?s?zoku-Mitglieder sind bis heute häufig nicht älter als 21, meist sind sie zwischen 15-20 Jahren alt, was auch einen Grund hat. Das japanische Strafrecht greift erst ab 21 Jahren ein, erst dann ist man in Japan ein Erwachsener. Die Jugendlichen brauchten sich also lange Zeit keine Gedanken über mögliche Strafen für ihre Machenschaften zu machen. 2002 lockerte man dieses Gesetz und so können Bosozoku-Mitglieder nun juristisch bestraft werden. Im selben Jahr gab man bekannt, dass es ungefähr 200.000 Mitglieder gibt und schon lange begrenzen sich diese nicht mehr nur auf Großstädte.

Der Anime Akira

Häufig sind die Mitglieder Schulabbrecher, die als Außenseiter von der Gesellschaft aufgefasst werden. Mit ihren Autos und Motorrädern (bei den b?s?s fahren oft auch Autos mit) wollen sie provozieren, schockieren und rebellieren. Die Fahrzeuge werden so frisiert, dass sie extra viel Lärm machen. Hierfür werden die Schalldämpfer entfernt und Löcher in den Auspuff gebohrt, was natürlich illegal ist. Da die meißten Mitglieder minderjährig sind, dürfen sie nur Maschinen mit einem Hubraum von maximal 400cc fahren, außerdem sollten die Motorräder nicht zu teuer sein. Oft vertrauen die B?s?zuka auf japanische Hersteller wie Honda, Suzuki, Kawasaki und Yamaha. Aber selbst fabrikneue Fahrzeuge müssen natürlich erst saniert werden, dazu zählt natürlich die „Soundoptimierung“ aber auch das Umlackieren und das Anbringen von zusätzlichen Scheinwerfern.

Diese brauchen sie aber auch, da die meißten b?s?s nachts stattfinden. Bei diesen Ausritten handelt es sich aber nicht um Wettrennen, es geht viel mehr um den Adrenalinschub (man bezeichnet es auch als shinai b?s?), dass das zugelassene Tempo dabei häufig überschritten wird, ist nur eine unverzichtbare Notwendigkeit. Vor den ein- bis zweistündigen Touren treffen sich die Mitglieder am tamariba, dem Treffpunkt, welcher häufig ein Park oder einfach Parkplätze ist. Die Größe der Gangs kann stark variieren, manchmal sind es nur 20 Fahrer, manchmal aber auch bis 100. Der vorderste Fahrer ist der sentosha, er gibt im wahrsten Sinne des Wortes das Tempo an. Während der Fahrt werden hata, Bandenflaggen, geschwungen und nicht nur mit ihren Fahrzeugen versuchen die Gangs Lärm zu verursachen. Neben der erhöhten Geschwindigkeit wird auch über rote Ampeln gefahren und kleine „Kunststückchen“ ausprobiert, ganz zum Leid der anderen Verkehrsbeteiligten.

Doch nicht nur durch ihr Fehlverhalten im Straßenverkehr fallen die B?s?zoku negativ auf, es kommt zwischen den einzelnen Gangs auch zu Kriegen, die mit Verletzten oder sogar Toten enden. Wenn eine Gang die andere geschlagen hat, wird die Flagge des Verlierers entrissen und zerstört. Außerdem erledigen sie Aufträge für die Yakuza, zu deren Rekrutierungsfeld sie oftmals gehören.

Doch was unterscheidet die B?s?zokus von westlichen Bikern oder von anderen Japanern? Verglichen mit anderen Bikern sehen sie viel lässiger aus, schwere Lederjacken sind eher selten (werden teilweise aber sehr wohl auch getragen), der größte Unterschied dürften wohl die Haare sein. Hier gilt für viele B?s?zokus das Motto „Egal was, Hauptsache anders“. Als ehemalige Schüler mussten sich die Jugendlichen an viele sehr strenge Regeln halten und durften so einige Dinge nie ausprobieren. Von gleichaltrigen unterscheiden sie sich oft schon durch längere, gefärbte Haare, die auch mit Gel gestylt werden.

Aufregende Haar-Styles

Einige behalten ihre alte Schuluniform, basteln ein wenig daran rum und tragen sie dann bei den nächtlichen Streifzügen. Damit machen sie sich über das Schulsystem in Japan lustig. Andere ziehen alte Arbeitsanzüge in dunklen Farben an, diese werden tokkofuku genannt. Auf den Rücken und den Armen werden Schriftzüge mit dem Namen der Gang und Sätze aufgestickt. Auch Stirnbänder und Bauchbinden gehören häufig zum Outfit. Die B?s?zokus zeigen auch häufig nationalistische Symbole, sei es nun auf der Kleidung, auf der hata oder den Fahrzeugen, trotzdem sind sie nicht alle gleich rechtsextrem (auch wenn es Ausnahmen gibt), viel mehr dient dies auch der Provokation.

Trotz ihres schlechten Rufs erfreuen sich Geschichten über B?s?zoku an großer Beliebtheit. Ein Beispiel hierfür ist der Manga Akira, welcher als Wegbereiter für Mangas im Westen gilt. Die insgesamt 2000 Seiten des Manga wurden 1988 als Anime verfilmt und auch eine Realverfilmung ist seit Jahren im Gespräch.

Auch wenn die Taten der B?s?zoku keine Kavaliersdelikte sind, so rufen sie nicht das gleiche Maß an Respekt und Furcht hervor, wie beispielsweise die japanische Yakuza. Die Leute belächeln sie eher, denn schließlich sind die Mitglieder ja fast noch Kinder. Ein Vergleich bietet ein japanisches Sprichwort: „Was man im Sommer zuhauf hat sind Stechmücken und B?s?zoku“. Auch ist der Zuwachs in den letzten Jahren eher gering, was auch an der neuen Gesetzgebung liegen dürfte.

 

via wikipedia, tofogu.com, japan-infos.com

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Brandybuck« (21. Juli 2012, 13:43)


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Fran Balthier Lila Tanga Mandragora-Puppe Girly Times

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Sonntag, 3. Juni 2012, 18:19

Wiedermal ein sehr interessanter Culture Slot! Hatte vorher von den B?s?zoku noch nie etwas gehört, aber man lernt ja gern etwas dazu :3

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Sonntag, 3. Juni 2012, 18:35

Fand ich auch sehr interessant :) Danke!

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