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Montag, 25. September 2017, 15:36

Willkommen, Nostradamus, und danke für Deinen Beitrag zur Diskussion!

Zitat

Meiner Meinung nach hätten die Hinweise aber wirklich deutlich(er) ausfallen müssen - so wie es ist, bleibt das ganze doch eine ziemliche Spekulation.
Gerade das verleiht den Interpretationen die Würze, wie ich finde, und sorgt für den andauernden Nachgeschmack. Wenn man anfängt, eine Theorie zu spinnen, dann entwickelt man Freude, sobald sich Hinweise zu dem vorgestellten Puzzle-Bild zusammenfügen. Unklare Aspekte sowie Argumente gegen die Theorie erfordern, sie via der eigenen Überzeugung zu erklären, was bei Erfolg Stolz hervorruft - so empfinde ich es.

Die Rinoa-Artemisia-Theorie wird auch gestützt auf (vor-)schnell geknüpfte Zusammenhänge (wie die G.F. Griever, die aus Squalls Ring beschworen sein kann, was der Ringszene große Bedeutung zugesteht) und mögliche, aber unsichere Interpretationen (im Intro-FMV steht Rinoa allein auf einer Wiese, und zu der Spannung aufbauenden Ouvertüre wird das Versprechen rezitiert, welches der Anfang - die Beschwörungsformel sozuschreiben - von Artemisia sein könnte). Ich mag meine Theorien genau so, sodass ich nachts wachliegen und fröhlich darüber spekulieren kann.

Zitat

Das Spiel hat ja als zentrale Themen Freundschaft, Erinnerungen und Vergänglichkeit und Artemisia will eben durch ihre Zeitkompression all das zerstören und steht damit im Gegensatz zu den Leitmotiven des ganzen Games. Und ich finde es inzwischen sogar besser, dass Rinoa nicht Artemisia ist, da der Fokus somit mehr auf diesen Leitthemen liegt und nicht so extrem stark auf die Einzelschicksale von Rinoa und Squall gerichtet ist.
Mit der Aufmerksamkeit darauf plane ich, das Spiel beim nächsten Mal anzugehen. Auch auf das, was die Hexen sprechen, während Artemisia über sie verfügt, möchte ich mehr achtgeben, z.B. Edeas Rede in Deling City.

Doch selbst wenn dieser Gegensatz zu den Leitmotiven Artemisias Tiefe ausmachen sollte, finde ich es schade um ihren Hintergrund. Der Spieler erlebt die Hexenächtung nie in ihrem greifbaren Schrecken; wir können nicht ahnen und damit schwer nachfühlen, was Artemisia widerfahren sein muss. Ihre testamentarischen Worte verbinden sich weder mit den Charakteren noch den Spielern, weil sie mit ihrem Leiden allein bleibt - weil es ein Hexenleiden zu sein scheint statt eines, das jeden noch so lebensbejahenden Menschen treffen kann.
Zudem sähe ich die Verschiebung des Fokus kaum ins Gewicht fallen: Letztlich verfolgen wir Squall, wie er mit Artemisia ringt, und er siegt vermutlich nur, weil er Rinoa hat, weil er Rinoa hatte, weil sie es ist, die ihn aufgetaut hat. Die anderen Gruppenmitglieder spielen leider eine weit untergeordnete Rolle bei seinem Wechsel des Aggregatzustandes, falls ich mich korrekt erinnere. Ich habe das Spiel seit vielen Jahren nicht mehr gespielt. Du weißt und erkennst da sicherlich mehr und besser als ich.


Wir kennen nicht die Umstände, unter denen das Interview geführt wurde. Womöglich konnte Kitase sich nicht allzu viel Zeit nehmen, und wer von uns kann wiedergeben, in welchem Ton er die Antworten geäußert hat? Dennoch meine ich, den Ärger zu verstehen: Vielleicht aufgrund des oben erwähnten Stolzes und der Freude auf und über seine Spekulatius schlägt es einem erst einmal ins Gesicht, wenn der Direktor kommt und sagt: "Nö." - wie in diesem Fall verbunden mit einem "Die Fans lesen zu viel zwischen den Zeilen". Ich fühlte mich, als sollte ich mich entschuldigen dafür, dass ich zu viele Gedanken an sein Spiel verbracht habe. Wobei gerade das zu tun ich als wertvolles Lob an ein Werk erachte.
Er hat sicher Recht, wenn er dazu sagt, dass die Spekulationen der Fans es ihnen schwierig machen, weil sie ihnen möglicherweise nachgeben müssten (um sie zu besänftigen vermutlich), und er kennt sich natürlich viel besser aus als ich. Aber ich denke, ein "Es ist interessant, wie die Fans darauf gekommen sind, aber das ist nicht wahr" wäre fanfreundlicher angekommen.
     

182

Dienstag, 26. September 2017, 18:36

Zitat von »Ion«

Gerade das verleiht den Interpretationen die Würze, wie ich finde, und sorgt für den andauernden Nachgeschmack. Wenn man anfängt, eine Theorie zu spinnen, dann entwickelt man Freude, sobald sich Hinweise zu dem vorgestellten Puzzle-Bild zusammenfügen. Unklare Aspekte sowie Argumente gegen die Theorie erfordern, sie via der eigenen Überzeugung zu erklären, was bei Erfolg Stolz hervorruft - so empfinde ich es.
Prinzipiell ja, und sich selbst Geschichten auszudenken ist ja nicht verboten. Nur fragt man sich eben auch, was sich die Entwickler denn gedacht haben mögen und meiner Meinung nach hätte man als Entwickler hier wirkliche Hinweise ausgelegt, wenn man den Spieler wirklich auf die Fährte R=A hätte führen wollen. Das hätte man auch machen können ohne das Rätsel wirklich aufzulösen, siehe z. B. beim Ende von Inception: Man weiß nicht, ob der Kreisel noch fallen wird oder nicht. Da kann sich dann auch jeder seine eigenen Interpretationen machen. Ich meine also, wenn Square darauf hätte hinweisen wollen, dass R=A sein könnte, dann hätten sie das elegant verpacken können (z. B. indem Artemisia im Endkampf etwas persönliches zu Squall sagt, auf dass er irgendwie verdutzt reagiert und was allen Interpretationsspielraum lässt), aber meine Auffassung ist, dass sie das gar nicht andeuten wollten und es eben 100 % Fan-made ist.

Zitat von »Ion«

Die Rinoa-Artemisia-Theorie wird auch gestützt auf (vor-)schnell geknüpfte Zusammenhänge (wie die G.F. Griever, die aus Squalls Ring beschworen sein kann, was der Ringszene große Bedeutung zugesteht)


Das kommt aber auch durch die schlechte (oder sagen wir: "abweichende") Übersetzung vom Original. Zum Englischen gibt's ja schon einige Unterschiede, aber am Besten guckt man sich natürlich das japanische Original an. Da ich die Sprache leider nicht beherrsche, muss ich auf die Übersetzungen vertrauen. Einige Quellen zeigen nach hier. Da sieht man sehr schön, dass Artemisia Griever einfach aus Squalls Gedanken beschwört: Japanese: “I will summon the one you believe is most powerful. The stronger you believe he is, the stronger he becomes. That will surely make you suffer. Muahaha.” Hier hätte man sie Griever aus ihrem eigenen Ring beschwören lassen können, wenn man das gewollt hätte. Das hätte wirklich für Diskussionen sorgen können.

Mit der Aufmerksamkeit darauf plane ich, das Spiel beim nächsten Mal anzugehen. Auch auf das, was die Hexen sprechen, während Artemisia über sie verfügt, möchte ich mehr achtgeben, z.B. Edeas Rede in Deling City.

Mach das mal und wenn du die Steam-Version spielst, kann ich sehr empfehlen, die HD-Packs dazu zu installieren. Da gibt es inzwischen einige, siehe z. B. https://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?l=german&id=391096600]hier
Ich habe mir bei dem Link einfach das "FF8 Ultra - Lunatic Pandora Mod Pack" runtergeladen (und dabei die empfohlene Summe von 2,99 $ an den Macher gespendet) - funktioniert wunderbar, ist mit einem Klick installiert und wertet die Graphik wirklich ordentlich auf. Ist natürlich nur etwas weniger "Nostalgie-Feeling" mit den HD-Texturen und der schönen Schrift. ;-)

Zitat von »Ion«

Doch selbst wenn dieser Gegensatz zu den Leitmotiven Artemisias Tiefe ausmachen sollte, finde ich es schade um ihren Hintergrund. Der Spieler erlebt die Hexenächtung nie in ihrem greifbaren Schrecken; wir können nicht ahnen und damit schwer nachfühlen, was Artemisia widerfahren sein muss. Ihre testamentarischen Worte verbinden sich weder mit den Charakteren noch den Spielern, weil sie mit ihrem Leiden allein bleibt - weil es ein Hexenleiden zu sein scheint statt eines, das jeden noch so lebensbejahenden Menschen treffen kann
Auch hier wurde oft viel zu viel in die deutsche Übersetzung hineininterpretiert. Im Original ist das deutlich anders, da redet Artemisia nämlich gar nicht über ihr eigenes Leiden (wie es im Deutschen den Anschein hat), sondern es geht um die Gedanken von Squall bzw. der Truppe:

“Have you remembered something?
Something from your childhood
A sensation
The words from back then
The emotions from back then
As you become an adult
You leave something behind, throw something away
Time will not wait for you
Even if you cling to it
It slips away the instant you open your hands
And…”


Meiner Interpretation nach geht es da also um Squalls Gedanken. Wie auf der oben verlinkten englischen Seite auch nochmal richtig steht, geht es ja im Spiel auch zum großen Teil um Verlustängste. Squall sagt irgendwann im Spiel sinngemöß, dass er sich nicht an andere binden will, weil er sie dann wieder verlieren könnte (so geschehen ja mit Ellione). Und die letzten Worte von Artemisia fassen das nochmal zusammen.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Nostradamus« (26. September 2017, 19:03)


183

Donnerstag, 19. Oktober 2017, 21:24

Zitat

(z. B. indem Artemisia im Endkampf etwas persönliches zu Squall sagt, auf dass er irgendwie verdutzt reagiert und was allen Interpretationsspielraum lässt)
Dieses Beispiel wäre meinem Empfinden nach schon zu geradeheraus gewesen. Ich habe gelesen, dass es in Dissidia so vorgekommen ist; dass Artemisia zu Squall sagt: "Wollen wir tanzen?" - allerdings erlaube ich mir mit meiner kargen Kenntnis über die Produktion des Spieles kein Urteil darüber, wie canon bzw. "abgesegnet" oder ernst gemeint derlei Inhalte sind.

Zitat

Da sieht man sehr schön, dass Artemisia Griever einfach aus Squalls Gedanken beschwört: Japanese: “I will summon the one you believe is most powerful. The stronger you believe he is, the stronger he becomes. That will surely make you suffer. Muahaha.”
Schade, dass die ausführlichen Sätze in der Übersetzung verloren gegangen sind...

Als gaaanz undenkbar sehe ich hier nicht, dass Griever aus dem Ring beschworen sein kann. Da sich seine Stärke während des Kampfes nicht wandelt, wir nicht in Squalls Gedanken geweiht werden, wie er mit dem Löwen respektive seiner Überzeugung von diesem ringt, denke ich, dass Artemisia diesen Zusammenhang von Squalls Glauben mit der Kraft der G.F. auch auf jenen Moment beziehen kann, in dem sie sie beschwört.

Lesen sich schon vielversprechend, die HD-Packs. Jedoch spiele ich nach einer Art unernstem "Kindheitstrauma" keine anspruchsvolleren Videospiele auf meinem PC und werde stattdessen meine PlayStation (2) wieder hervorholen. Danke Dir dennoch für den Tipp - ist vielleicht etwas für einen Bekannten von mir!

Zitat

Auch hier wurde oft viel zu viel in die deutsche Übersetzung hineininterpretiert. Im Original ist das deutlich anders, da redet Artemisia nämlich gar nicht über ihr eigenes Leiden (wie es im Deutschen den Anschein hat), sondern es geht um die Gedanken von Squall bzw. der Truppe:
Sowohl der deutsche als auch der japanische Text erlauben, wie ich finde, den Bezug auf Squall sowie auf sich selbst, also Artemisia, die Squall zu verdeutlichen sucht: "Weshalb widerstrebt dir die Zeitkompression? Alles, was du empfängst und empfindest, wird dir von dem Lauf der Zeit wieder entrissen..."
Ich habe das Gefühl, sie müsse wissen, wie es ist, zu verlieren, um Squall diese Tatsache zu Ohren zu führen, und da fängt für mich der Kreislauf mit der Frage an: "Was mag sie verloren haben?". Es sind ihre letzten Worte, und durch die Stille, die sie begleitet, nehme ich einen seltsamen Frieden, eine Resignation seitens Artemisia wahr. Sie vermeidet mir eine ebenso mögliche Interpretation, dass Artemisia Squall lediglich seinen eigenen Verlustschmerz vorführt, den sie wie Griever aus seinem Gedächtnis gedrawt hat.

Entschuldige, falls es so vorkommt, als wolle ich irgendjemanden von der Richtigkeit der Rinoa-Artemisia-Theorie überzeugen. Deine Ausführungen dazu machen absolut Sinn und geben mir Inspiration für meinen nächsten Spieldurchlauf.
     

184

Freitag, 20. Oktober 2017, 22:01

Zitat von »Ion«


Dieses Beispiel wäre meinem Empfinden nach schon zu geradeheraus gewesen. Ich habe gelesen, dass es in Dissidia so vorgekommen ist; dass Artemisia zu Squall sagt: "Wollen wir tanzen?" - allerdings erlaube ich mir mit meiner kargen Kenntnis über die Produktion des Spieles kein Urteil darüber, wie canon bzw. "abgesegnet" oder ernst gemeint derlei Inhalte sind.


Na ja, ein konkretes Beispiel hab ich ja gar nicht gebracht. ;-) Natürlich hätte man so etwas schön subtil verpacken können, so dass noch immer aller Interpretationsspielraum geblieben wäre. Meine Theorie ist ja, dass man Hinweise gegeben hätte, wenn man eben auf diese Theorie hätte hinweisen wollen. Aber gar nix im Endkampf ist da schon etwas wenig.
Das mit Dissidia stimmt, kann aber auch überbewertet werden, da solche "Tanz"-Aussagen sehr gerne mal vor Kämpfen getroffen werden, kennt man aus Filmen und Spielen. Und ich kann auch nicht sicher sagen, inwiefern es tatsächlich sein könnte, dass da R=A-Verfechter, die an der Spielproduktion beteiligt waren, vielleicht tatsächlich Hinweise streuen wollten? Wer weiß, aufs eigentliche Spiel (FF8) kann man es dann trotzdem nicht beziehen.

Zitat von »Ion«

Als gaaanz undenkbar sehe ich hier nicht, dass Griever aus dem Ring beschworen sein kann. Da sich seine Stärke während des Kampfes nicht wandelt, wir nicht in Squalls Gedanken geweiht werden, wie er mit dem Löwen respektive seiner Überzeugung von diesem ringt, denke ich, dass Artemisia diesen Zusammenhang von Squalls Glauben mit der Kraft der G.F. auch auf jenen Moment beziehen kann, in dem sie sie beschwört.


Da stimme ich zu. Aber (mal wieder) vermisse ich Hinweise darauf, dass sie Griever eventuell aus dem Ring beschwört. Und diese Hinweise müssten ja gar nicht so deutlich sein wie "Ich beschwöre jetzt Griever aus dem Ring, den du mir mal geschenkt hast". Sondern sie hätte vielleicht in einem Nebensatz über alles mögliche und eben auch über "einen" Ring sprechen können? Meine Güte, das hätte doch noch immer maximalen Spielraum gelassen!

Zitat von »Ion«

Lesen sich schon vielversprechend, die HD-Packs. Jedoch spiele ich nach einer Art unernstem "Kindheitstrauma" keine anspruchsvolleren Videospiele auf meinem PC und werde stattdessen meine PlayStation (2) wieder hervorholen. Danke Dir dennoch für den Tipp - ist vielleicht etwas für einen Bekannten von mir!


Verstehe. ;-) Wenn ich es irgendwann das nächste Mal durchspiele, weiß ich auch noch nicht ob mit oder ohne HD. Ohne ist halt doch mehr Nostalgie-Feeling. :-)

Zitat von »Ion«


Sowohl der deutsche als auch der japanische Text erlauben, wie ich finde, den Bezug auf Squall sowie auf sich selbst, also Artemisia, die Squall zu verdeutlichen sucht: "Weshalb widerstrebt dir die Zeitkompression? Alles, was du empfängst und empfindest, wird dir von dem Lauf der Zeit wieder entrissen..."
Ich habe das Gefühl, sie müsse wissen, wie es ist, zu verlieren, um Squall diese Tatsache zu Ohren zu führen, und da fängt für mich der Kreislauf mit der Frage an: "Was mag sie verloren haben?". Es sind ihre letzten Worte, und durch die Stille, die sie begleitet, nehme ich einen seltsamen Frieden, eine Resignation seitens Artemisia wahr. Sie vermeidet mir eine ebenso mögliche Interpretation, dass Artemisia Squall lediglich seinen eigenen Verlustschmerz vorführt, den sie wie Griever aus seinem Gedächtnis gedrawt hat.
Entschuldige, falls es so vorkommt, als wolle ich irgendjemanden von der Richtigkeit der Rinoa-Artemisia-Theorie überzeugen. Deine Ausführungen dazu machen absolut Sinn und geben mir Inspiration für meinen nächsten Spieldurchlauf.


Ich finde es ja gerade gut, dass du von der Theorie überzeugt bist und ich tendenziell weniger, da so eine gute Diskussion zu Stande kommt. :)

Deine Interpretation macht für mich auch absolut Sinn. Man kann nicht sicher sagen, ob sie nur von Squalls Gedanken spricht oder nur von ihren eigenen oder vielleicht auch beides. Wie gesagt hätte ich mir zumindest einen Hinweis für die R=A-Theorie gewünscht, über den wirklich niemand einfach so hätte hinwegsehen können. Denn wenn Artemisia vor Gericht steht und beschuldigt wird, Rinoa zu sein, müsste man sie wohl aus Mangel an Beweisen freisprechen. ^^
Im Prinzip muss halt jeder für sich entscheiden, ob ihm die (möglichen) Andeutungen für R=A genügen um sich mit dieser Theorie anzufreunden oder ob man Artemisia einfach als den Gegenpart zu den Leitmotiven (Vergänglichkeit, Verlustängste...) betrachtet.

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185

Dienstag, 24. Oktober 2017, 08:50

Gegen diese Theorie spricht leider zu vieles, als dass sie wahr sein könnte. Dennoch klingen die Argumente größtenteils gar nicht so weit her geholt. Das Problem hierbei ist, dass sich der Mensch ganz allgemein sehr gerne an solchen Theorien festbeißt und kaum noch imstande ist, loszulassen, selbst wenn offiziell bekannt ist, dass das komplette Gegenteil den absoluten Fakt darstellt.

Nehmen wir doch mal die Hexenkräfte. Sie wandern im Falle des Ablebens einer Person zu einer anderen, die noch lebt. Ist es durch diese Tatsache nicht einfach möglich, dass sich mit dem Transfer dieser Kräfte auch noch etwas anderes überträgt, nämlich Erinnerungen? Durch diese ständigen Übertragungen, oder sagen wir besser, das Sammeln der Erinnerungen (wozu natürlich auch schmerzhafte Verluste gehören), ist Artemisia mit der Zeit immer verbitterter geworden, was sie schließlich dazu bringt, die Zeit zu komprimieren.

Das klingt natürlich jetzt nach einer ziemlich simplen Lösung, es macht die Sache aber auch nicht weniger tragisch.
Fliegen ist gar nicht so schwer, wie man denkt:

Man muss sich nur auf den Boden schmeißen und vergessen aufzuschlagen!
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:zidane/ "Wann machen wir denn mal 'nen Rundflug oder so?" :steiner/ "K-Kerl!"

186

Dienstag, 31. Oktober 2017, 10:45

Du hast absolut Recht. Aus eigener Erfahrung (auch in Bezug auf diese Theorie) kann ich bestätigen, dass man sich sehr gerne an so etwas festbeißt und es dann äußerst ungerne wieder fallen lässt. Ist mit dem Glauben an eine Religion vergleichbar. ;-)
Deine Theorie mit den durch die Hexenkräfte übertragenen Erinnerungen macht auch durchaus Sinn. Es gibt zwar soweit ich weiß keine genauen Aussagen dazu, aber Artemisia kann ja in Squalls Erinnerungen eindringen und ist möglicherweise nicht die einzige Hexe, die über Kräfte in Bezug auf Gedanken und Erinnerungen verfügt. Insofern kann man diese Verbindung schon herstellen. Hat für mich nicht weniger Bestand als die R=A-Theorie.

187

Mittwoch, 15. November 2017, 23:39

In meinem Fall bedeutet dies, dass ich Kitases Verneinung zur Kenntnis nehme und akzeptiere, dass die "Rinoa ist Artemisia"-Theorie offiziell keine Theorie mehr sein kann, sondern für mich eine Interpretation darstellt, eine Fan-Idee, die mir weiterhin so gut gefällt wie ein gewünschtes Pairing oder ein ausgedachtes Sequel. Auf diese Weise muss ich nicht davon ablassen, worum ich mir Gedanken gemacht habe, und bleibe zugleich offen für andere mögliche Erklärungen, wie Nostradamus' sehr interessante oder Dein Vorschlag, welcher Artemisia als ein eigener, nachvollziehbarer Charakter betonen würde.

Danke noch einmal für Eure Anschauungen dazu!
     

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