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16

Mittwoch, 18. Januar 2012, 23:35

Eine interessante Diskussion ^^
Ich greife mal Adas Punkt auf, dass, wenn man seine Gefühle offen legt, dann seelisch angreifbar wird. Wenn man nach Logik handelt und vorher abwägt was passieren könnte und welche Vor und Nachteile es hat, dann kommt man maximal mit einem blauen Auge davon oder man lässt es zu absolut gar nichts kommen. Ich persönlich finde diese Aktion nicht so toll, da man zwar nicht verletzt werden kann, aber man muss damit leben können, nicht nach seinem Gefühl gehandelt zu haben und leider habe ich auch was das angeht einige Erfahrungen sammeln können. Selbst wenn es teilweise kleinere Dinge waren, so bereue ich heute, nicht aus dem Bauch heraus gehandelt zu haben.
Wenn man aber dem Herzen bei einer Sache folgt ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man seelisch verletzt wird und das ist teilweise schrecklicher als jeder physische Schmerz den man sich vorstellen kann. Aus Angst davor handeln wohl viele Menschen dann nicht mehr oder eher weniger nach Gefühl. Wie bereits erwähnt wurde, man selbst ist nur die Summe aus all seinen Erfahrungen.
Ich persönlich, auch wenn ich schon schlimme Zeiten erlebt habe, versuche mich nicht davon so prägen zu lassen, dass ich mich komplett gegen die Gefühlswelt verschließe.

Trieb und Logik...keins davon kann alleine zum Glück führen. Faust ist da das beste Beispiel.

17

Mittwoch, 18. Januar 2012, 23:55

Die Vernunft, stellvertretend für den Verstand, kann niemals allein Motiv eines Willensaktes sein und dementsprechend auch nie den Affekt bekämpfen! Diese Annahme begründet sich in der Tatsache, dass sämtliche Gegenstände des Verstandes einen propositionalen Gehalt besitzen und somit entweder wahr oder falsch sind! Gefühlsregungen hingegen besitzen genau diesen Gehalt nicht, was de facto bedeutet das der Verstand keinen Einfluss auf sie hat. Erst ein gewisser Grad an Intentionalität bindet den Verstand an unsere Emotionen - verlieben wir uns beispielsweise, so fungiert unser Verstand als Vermittler, der uns helfen soll gewisse Optionen abzuwägen. Der Verstand unternimmt also sogenannte "Zweck-Mittel-Überlegungen", während der entscheidene Input immer duch unsere Affekte ausgelöst wird - daraus ergibt sich der Schluss, dass der Verstand immer ein Sklave unserer Gefühle ist!

Claire

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Steinchen Steinchen Steinchen Steinchen Steinchen

18

Donnerstag, 19. Januar 2012, 00:08

Denke inzwischen, ich war im Unrecht. Wenn ich es genau überlege, ist es nichts weiter als Freuds "ÜberIch-Ich-Es" Modell. Über-Ich beinhaltet angelernte Sitten, Normen etc., während sein Gegenstück, das Es, die Triebe darstellt. Demnach wäre also Es das Gefühl und Über-Ich der Verstand. Ich ist natürlich der Ausführende dann. Der innere Konflikt ist dann zwischen ÜberIch und Es. Es kann ausschließlich die Liebe darstellen und nicht das Geld (Geld ist glaube ich kein natürlicher Trieb, kann mich aber irren), während das Über-Ich beides kann, somit war ich also im Unrecht.
Du gibst zu schnell auf :D

Freuds Instanzenmodell würde sich mit deiner Ansicht decken. Dein Über-Ich als anerzogene Instanz, die nach gesellschaftlichen Vernunftsregeln handelt, würde sagen, heirate aus Liebe. Liebe ist gesellschaftlich hoch geschätzt, erst recht in einer Ehe. Aus Geld zu heiraten gilt jedoch als unmoralisch und dein Über-Ich würde dir lebenslange Gewissensbisse bereiten, da es dir anders anerzogen wurde.

Das ES verlangt nicht nur nach den Grundbedürfnissen (Essen, Schlafen, Geschlechtsverkehr), sondern nach allen hedonistischen Gefühlen und Befriedigungen. Materielle Befriedigung ist durchaus dem ES zuzuordnen. Also würde das ES eher nach Geld trachten, da es die Liebe als einen viel komplizierteren Sachverhalt nicht erfassen kann. Es erfasst Bedürfnisse nur auf kurzer Sicht, also höchstens "ich will JETZT mit der geliebten Person Zeit verbringen". Ob die Ehe mit dieser Person auf lange Sicht hin sinnvoll ist, das sagt dir dein triebgesteuertes ES gar nicht.

Einziger Streitpunkt ist, dass Freuds Über-Ich kein Synonym für den menschlichen Verstand darstellt. Da geht es nämlich nicht um Vernunfts- oder Moralwerte, sondern individuell und dem IQ angepasst darum, worin man den besten Nutzen für einen selbst sieht. Ob es nun die Liebe des Lebens oder Reichtum ist - das kann jeder für sich selbst beantworten.

Ada

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Ivalice Award 2010 - Slime Legende Sephiroths Flügel Mjöllnir Ivalice Award 2011 - Mario-Taler

19

Donnerstag, 19. Januar 2012, 00:30

Zitat

Ich greife mal Adas Punkt auf, dass, wenn man seine Gefühle offen legt, dann seelisch angreifbar wird. Wenn man nach Logik handelt und vorher abwägt was passieren könnte und welche Vor und Nachteile es hat, dann kommt man maximal mit einem blauen Auge davon oder man lässt es zu absolut gar nichts kommen.
Ich kann hier aus Erfahrungen sprechen das wenn man z.B plötzlich auf vollendete Tatsachen trifft, erstmal irritiert ist und der Verstand total blockiert. In dem Moment übernehmen dann die Gefühle das Zepter da sie, anders als der Verstand, sofort zur Stelle sind. Nun könnte man sie immernoch bremsen und erstmal überlegen, ehe man handelt. Aber es kommt auf den Gegenüber an: Wert oder nicht Wert, sich angreifbar zu machen? Das ist dann eine Entscheidung die eher unbewusst als bewusst getroffen wird. Ab dem Moment hat man sich bereits einem Risiko ausgesetzt... und das Schicksal kann seinen Lauf nehmen. Also was ich sagen will ist, dass es manchmal Situationen gibt, in denen man die Lage (leider) nicht so einschätzen kann, wie mans hätte tun können und sollen.

Zitat

Ich persönlich finde diese Aktion nicht so toll, da man zwar nicht verletzt werden kann, aber man muss damit leben können, nicht nach seinem Gefühl gehandelt zu haben und leider habe ich auch was das angeht einige Erfahrungen sammeln können. Selbst wenn es teilweise kleinere Dinge waren, so bereue ich heute, nicht aus dem Bauch heraus gehandelt zu haben.
Selbst "kleine Dinge" können für einen von großer Bedeutung sein :)) Und das meinte ich mit "Was wäre wenn?" Diese Frage wäre für mich auf Dauer viel belastender als ein seelischer Schmerz, der im nachhinein eh zu einer Narbe wird. Wie heißt es so schön?

Narben schmerzen nicht, sie erinnern nur.

Wobei gut. Ich gehöre zu jenen, die erst sehr sehr leiden aber auch sehr sehr schnell es verarbeiten und abhaken. Bei einigen Themen dauerts zwar etwas länger, bei anderen wiederum weniger. Aber letzendlich bin ich der Meinung, dass man über sehr vieles hinwegkommen kann, gibt bei weitem schlimmeres ^^

Zitat

Wenn man aber dem Herzen bei einer Sache folgt ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man seelisch verletzt wird und das ist teilweise schrecklicher als jeder physische Schmerz den man sich vorstellen kann. Aus Angst davor handeln wohl viele Menschen dann nicht
mehr oder eher weniger nach Gefühl. Wie bereits erwähnt wurde, man selbst ist nur die Summe aus all seinen Erfahrungen.
Ja, das ist wirklich schrecklich: zumindest am Anfang. Aber mit der Zeit lernt man und zieht Schlüsse daraus. Der größte Fehler ist ja wenn man es nicht schafft, loszulassen. Von, ich sag jetzt einfach mal "der Sorte Mensch" kenne ich auch einige, unter anderem eine, die mir sehr am Herzen liegt. Das macht einen einfach nur kaputt, und sowas sollte man nie zulassen.

Zitat

Ich persönlich, auch wenn ich schon schlimme Zeiten erlebt habe, versuche mich nicht davon so prägen zu lassen, dass ich mich komplett
gegen die Gefühlswelt verschließe.
Hach, Gefühle sind ZU schön als das ich sie jemals verschließen würde ^^ Selbst son Schmerz hat etwas xD

Edit: Sehr motivierend, wenn man ein langen Text schreibt und nur ein "Steinchen" bekommt xD

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ada« (19. Januar 2012, 00:35)


20

Donnerstag, 19. Januar 2012, 09:06

hab mich auch gewundert, dass man mir auf einmal recht gibt :D
naja vorallem muss man ja nicht nach einer theorie von freud leben,
was jemand fühlt ist wohl jedem selbst überlassen.
für mich ist liebe halt eine gefühlsentscheidung,
für andere kann es widerrum eher etwas sein, was einem der verstand sagt.

es kann ja auch beides unter einen hut gebracht werden, was wohl dann die beste entscheidung wäre.

was ich noch hinzufügen wollte, ich richte mich zwar sehr oft nach meinen gefühlen,
allerdings gebe ich selten welche preis.
es findet vorher eine gefühlsentscheidung statt, die mir sagt, dass ich mich dieser person anvertrauen kann
und dies mache ich dann auch meistens, selbst wenn es eine komische situation sein sollte.

und ja wie ada sagt,
auch soen schmerz hat etwas, daher mach ich auch mal solche erfahrungen, ohne diese stark zu bereuen.

21

Donnerstag, 19. Januar 2012, 10:07

Zitat

hab mich auch gewundert, dass man mir auf einmal recht gibt :D
Nah, ich war verunsichert, schien wieder der einzige zu sein, der Stuss erzählt. :D

Zitat

Du gibst zu schnell auf :D
K, hab mich geirrt, mit dem "Geld" als kein natürlicher Trieb, Psycho - Unterricht lange her. ^^ Aber, danke für deinen Beitrag, jetzt weiß ich es auch besser.

Coreyrn

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22

Freitag, 20. Januar 2012, 12:46

Ich bin da manchmal etwas zwiegespalten, ich hab lange versucht meine eigenen Gefühle komplett zu unterdrücken (ich war durch Verdrängung sogar recht erfolgreich) und habe versucht nurnoch über meinen verstand zu handeln, einfach weil ich Gefühle lange nur als etwas Negatives empfunden habe. Irgendwann habe ich dann nur gemerkt das ich durch diese Denkweise einige Leute verletzt habe, die mir eigentlich nur helfen wollten udn das bereue ich bis heute und das ich dadurch beinahe Freundschaften beendet habe die mir heute noch sehr viel bedeuten.

Ich hab heute noch Probleme nach Gefühlen zu handeln, aber immerhin sehe ich se nichtmehr als Würzel allen Übels xD
Trotzdem bin ich bei meinen Entscheidungen oft immernoch vom Verstand bestimmt.

Und was bei mir heutzutage zum Problem wird dadurch das ich in meinen Teenagerjahren und meiner Jugend Gefühle beinahe komplett ignoriert habe,
ich nehme bei den Meisten Stimmungen oder Gefühle garnicht wahr und "sensibel" is oft en Fremdwort für mich xD
Wo andere denken "Mit der aussage könnte ich die andere Person verletzen, sags besser nicht", hau ich die aussage einfach raus nach dem Leitsatz "Stell dich nit so an"
Auch bei vielen Dingen die als höflich empfunden werden, frag ich mich bis heute, "Warum? Es würde doch auch wunderbar ohne diese zeitraubenden Formalitäten klappen"

Oder bei romantischen Dingen^^ Wie Komplimente, ich gebe eigentlich nie Komplimente und erhalte sie auchnicht gerne selber, da ich bei den meisten üblichen Komplimenten wie "Schaust gut aus, gut gemacht etc" irgendwie immer das Gefühl habe das es wie Einschleimerei klingt, auch wenn es klar ist das es nichtmal so ist.^^
Oder das man Komplimente mehr als einmal geben soll wie Ada mir letztens mitgeteilt hat, weil se nach der ersten Aussage udn damit Feststellung nicht redundant werden xD

Ich habs halt nit so mit sozialen Dingen xD

edit:
Und über Gefühle, also meine Eigenen offen reden ist für mich extrem schwierig, da ich mir meienr eigenen Gefühle die meiste Zeit nichtmal bewusst bin^^

Ada

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23

Freitag, 20. Januar 2012, 15:33

Oder bei romantischen Dingen^^ Wie Komplimente, ich gebe eigentlich nie Komplimente und erhalte sie auchnicht gerne selber, da ich bei den meisten üblichen Komplimenten wie "Schaust gut aus, gut gemacht etc" irgendwie immer das Gefühl habe das es wie Einschleimerei klingt, auch wenn es klar ist das es nichtmal so ist.^^
Oder das man Komplimente mehr als einmal geben soll wie Ada mir letztens mitgeteilt hat, weil se nach der ersten Aussage udn damit Feststellung nicht redundant werden xD
Bei Komplimenten kommt es darauf an, wann man sie einsetzt. Einige übertreiben es so dermaßen, dass man sich 1. nach einer Weile nicht nur schämt sondern 2. auch sofort merkt, worauf das ganze hinausläuft. Bei Leuten die man kennt und mit denen man befreundet ist, ist es natürlich etwas anderes, da man sein gegenüber einschätzen kann. Bei weniger Bekannten wird es schon etwas... pikanter, wenn die Komplimente nicht mehr aufhören wollen.

Das man Komplimente mehr als einmal geben soll war auf jene bezogen, die du sehr gern hast oder gar liebst. Und nicht auf jeden X-beliebigen ^^

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